In den letzten beiden Ausgaben der Sächsischen Zeitung fanden sich 2 Artikel, die sich mit der Situation der Ausbildung von Schülern und Studenten befassen. Zum einen geht es um ein Technikkabbinett an der Mittelschule Pieschen (Dresdner Lokalteil 05.07.08), zum anderen um die Situation des Germanistik-Instituts an der Technischen Universität Dresden (hochschul-SZene, 07.07.08). Leider sind beide Artikel in der Online-Ausgabe nur für registrierte Benutzer vollständig zu lesen, so dass ich mir die Links schenke.
Das Maschinenkabinett stand in der Vergangenheit vielen Klassen, nicht nur der Mittelschule Pieschen, zur Verfügung. Hier konnte im Rahmen des Technikunterrichtes praktisch gearbeitet werden. Die Ausrüstung umfasste neben klassischen Bohr-, Schneid-, Dreh- und Fräsmaschinen auch eine CNC-Maschine. Ich denke, hier konnte wertvolles Wissen, nicht nur für technikbegeisterte, die ohnehin KfZ-Mechaniker werden wollen, vermittelt werden. Mit der Begründung, der neue Lehrplan enthalte sowieso kaum noch Technikunterricht wird dieses Kabinett mangels Bedarf nun geschlossen. Bei dem derzeitig gepredigten Mangel an Fachkräften frage ich mich, wie groß muss der Bedarf noch werden?
Ähnlich vertrackt die Situation an der TU Dresden. Nicht nur die Germanisten klagen über einen Mangel an Lehrpersonal. Auch die Fakultät Maschinenwesen leidet. Vor 10 Jahren habe ich wohl noch unter Traumbedingungen studiert. Leider kann ich im Moment keine Empfehlung aussprechen. Schuld hat aber wohl weniger die TU. Auch hier wird an Haushaltsstellen gespart. Die Folge sind Seminare mit 100 Studenten. Die Sinnhaftigkeit einer solchen Lehrveranstaltung kann bezweifelt werden. In 5 Jahren wird diese dann ganz abgeschafft, um Geld zu sparen.
Die Politik predigt immer wieder, daß für Deutschland eine gute Ausbildung nicht nur für den Einzelnen, sondern für die ganze Gesellschaft wichtig ist. Auch diese Wichtigkeit läßt sich nunmal auch in Euro messen. Die Antwort auf steigende Kosten im Bildungssektor ist meiner Meinung nach aber weniger die dauernde Umstrukturierung, sondern eine solide Finanzierung. Hier müssen neue Modelle gefunden werden, z.B. die Einbeziehung der Arbeitgeber, die einen frisch gebackenen Absolventen “für lau” vom Arbeitsmarkt erhalten.
