Ich bin wahrlich kein Finanzfachmann, ich versuche die Meldungen aus dem Wirtschaftsbereich mit meinem, hoffentlich gesunden, Menschenverstand zu verarbeiten. Nun gibt es da 3 Dinge, die in letzter Zeit alles in diesem Sektor zu beherrschen scheinen:
- Die globale Finanzkrise, seinerzeit ausgelöst durch den zusammenbrechenden Immobilienmarkt in den USA
- Die steigenden Energiekosten, speziell der explodierende Ölpreis
- Klimaschutz, die Bemühungen, den CO2-Ausstoß auf 50% von was auch immer bis 2050 zu reduzieren
Diese 3 Punkte sind miteinander verbunden. Die Finanzkrise hat die gesamte Wirtschaft erreicht, die wiederum von Energiepreisen vor allem in Industrieländern anhängig ist. Die Antwort der G8 darauf widerspricht dem Punkt Nummer 3 und wohl auch den derzeitigen Gegebenheiten, wie attac in ihrem G8-Blog berichtet (fett vom Autor eingefügt):
In ihrer Erklärung ( der G8 ) zur weltwirtschaftlichen Lage, die heute bekannt wurde, geht es ihnen insbesondere um kurzfristige und schnelle Investitionen in die Förderung und in den Raffineriesektor. Diese Forderung ist reine Augenwischerei. Denn Saudi-Arabiens Ankündigung bei der internationale Öl-Konferenz von vor 10 Tagen das Angebot zu steigern, wurde international kaum für bare Münze genommen, da die aktuellen Reserven und Förderkapazitäten tatsächlich begrenzt sind. Zudem gibt es einen Engpass bei Raffineriekapazitäten, das jegliche Ankündigungen von zügig und deutlich steigendem Output als haltlos entzaubert.
Von George Bush hätte ich das ja erwartet. Aber unser aller Klima-Bundeskanzlerin stößt in das gleiche Horn (zitiert von ARD-Nachrichten, fett nur Hervorhebung):
Merkel äußerte sich allerdings erneut besorgt über die steigenden Preise. Sie sprach sich für eine höhere Ölförderung und deutlich mehr Energie-Effizienz in den Industriestaaten aus.
Dieses Vorgehen wird an den einen oder an den anderen Baum gehen. Entweder, wir haben Peak-Oil derzeit wirklich erreicht, dann kommt es um so schneller zu einer harten Landung mit wirklich steigenden Ölpreisen, weil die schwindenen Reserven schneller gefördert und verheizt werden sollen. Oder aber, es tun sich neue Lagerstätten auf, oder solche, die plötzlich wirtschaftlich auszubeuten sind. Dann ist es aber Essig mit der CO2-Reduzierung. Jedes Barrel Öl, das mehr verbrannt wird, bedeutet mehr CO2. Das weiß Frau Merkel ebenfalls (wieder ARD-Nachrichten):
“In Deutschland müssen wir lernen, unabhängiger von den teuer gewordenen fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zu werden”, sagte die Bundeskanzlerin.
Nicht nur in Deutschland müssen wir das lernen. Die Abhängigeit von fossilen Energieträgern insgesamt muss weltweit überwunden werden. Sonst kommen wir dahin, dass wir anderen Ländern Geld dafür bezahlen, dass diese ihre Umwelt zerstören. Und das dies dann ein Bumerang ist, dürfte jedem klar sein.

Zu Frau Merkel fällt mir eine Aussage von Dieter Nuhr ein: Wenn man keine Ahnung hat – einfach mal das Maul halten!