Die Sächsiche Zeitung führte ein Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag und Ex-Umweltminister Jürgen Trittin. Aufhänger ist die “Bezuschussung” von Luxusautos für Firmen. Dazu Herr Trittin:
Wir haben in Deutschland die Situation, dass über die Hälfte der Neuwagen nicht von Privatleuten gekauft werden, sondern von Firmen. Und die können diese Ausgaben dann als Betriebskosten von der Steuer absetzen. Das führt zu einer verrückten Situation. Wenn eine Firma einen VW Touareg oder einen Phaeton kauft, dann gibt der Steuerzahler bis zu 50 000 Euro pro Fahrzeug dazu.
Es ist vollkommen in Ordnung, diese Art Automobil anzuprangern. Aber zu behaupten, der Steuerzahler gäbe Geld dazu ist überzogen. Betriebsausgaben wirken nunmal steuermindernd. Das Ganze ist für mich billige Wahlkampfpolemik. Schade, dass die Grünen mit solchen Methoden auf Stimmenfang gehen (müssen).

Hier gebe ich Dir voll und ganz Recht. Herr Trittin stellt hier den Mechanismus der steuerlichen Absetzbarkeit für Firmen völlig falsch dar. Ob aus Unwissenheit oder Wahlkampfkalkül bleibt dahingestellt.
Hier wird meiner Meinung nach eaber eines der größten Probleme der Grünen sichtbar. Wie so häufig, kommen sie auch hier über reinen Wahlmapfpublizismus nicht hinaus. Die Partei liefert häufig gute Ansätze, in der Umsetzung gibt es aber meist sehr sehr große Mängel.
Das Interview war ja auch der Witz überhaupt: Luxusautos und Atomkraftwerke, die Feinde grünen Denkens. Man kann Herrn Trittins Argumentation gern unterstützen, viel mehr würde ich den Fragesteller, Dieter Schütz, kritisieren: Denn was sind denn das für Fragen?
“Woran liegt es?”
“Wer hat nun recht?”
“Was schlagen Sie vor?”
Hier wird nicht mehr hinterfragt, sondern nur noch gefragt. Politiker können ihre Ansichten vorstellen und das wird dann kritiklos weitergegeben. Und dies scheint eine Tendenz zu sein, die sich, meiner Meinung nach, immer weiter in der SZ ausbreitet. Schade drum.
Und im Übrigen: In diesem Sinne finde ich diesen Blog sehr interessant! Bitte weiter!
Christian
Der Steuerzahler gibt natürlich nicht 50.000 EUR dazu, aber was zu bedenken ist: Wenn ich als Regierung von Energiesparen rede, verbrauchsarme Autos einerseits steuerlich begünstigen will, dann ist es andererseits absurd, dass die von Trittin angeführten Autos auch steuerlich begünstigt werden. Wenn Energiesparen und CO2-Verringerung ernst gemeint ist, macht diese Vorgehensweise keinen Sinn.