Die heutige Ausgabe der Sächsischen Zeitung berichtet von einem drohenden neuen Lieferboykott der Milchbauern. Ich gönne es jedem Bauern, dass er von seiner Arbeit leben kann. Im Moment aber scheint es so zu sein, dass zuviel Milch im Angebot ist. Der Bundesverband deutscher Milchviehhalter fordert nun konsequenterweise, die Milchquote in Deutschland zu verringern. Der Deutsche Bauernverband argumentiert, dann würden die “Dänen oder Niederländer munter die Milch nach Deutschland liefern und damit wieder auf die Preise drücken”. Hier stellen sich mir nun 2 Fragen:
- Wie schaffen es die Niederländer und Dänen zu den niedrigen deutschen Milchpreisen kostendeckend zu melken?
- Sollte das nicht zu einer Überproduktion bei unseren Nachbarn führen und damit Strafen fällig werden, die das Ganze unrentabel machen?
Ich denke, die Quotenregelung ist nicht gut. Ein Argument für die Quote lautet, wenn diese abgeschafft würde, würde der Milchpreis auf Weltmarktniveau sinken und damit die Milchviehhaltung in Europa nicht mehr rentabel sein. Ist es aber nicht vielmehr so, dass die Quote EU-intern wirkt, und der EU-Bauer durch Importzölle vor dem Weltmarkt geschützt wird? Sonst würden doch heute schon die Molkereien auf den Weltmarkt zurückgreifen.
Was aber sicher nicht zu einem Erfolg für die Bauern führt, ist ein künstlicher Milchpreis, der durch einen Boykott durchgesetzt wird. Im Moment noch mit der Begründung angewendet, bei den derzeitigen Preisen von 28 bis 35 Cent pro Liter Milch nicht kostendeckend arbeiten zu können, könnte dieses Werkzeug später für Gewinnmaximierung eingesetzt werden.
Die derzeitgen Preise sind durch Überproduktion hausgemacht. Wenn Milch produziert wird, die keiner trinken will, kann dafür auch kein vernünftiger Preis gezahlt werden. Diese Wahrheit müssen die Bauern leider akzeptieren.

Genauso wie andere moderne Betriebe auch durch Rationalisierung und Automatisierung. Die modernen Betriebe in Ostdeutschland haben ja auch keine echten Probleme sondern die kleinen westdeutschen Familienbetriebe mit 20 Viechern.
Die betreiben zwar prima Landschaftspflege (jedenfalls im Münsterland und in den Alpen), aber ihre Einkünfte beziehen sie halt nicht aus dem Tourismus sondern aus der ineffizient produzierten Milch.