Dass die “jüngere Generation”, so will ich sie mal nennen, obwohl ich auch noch nicht allzu viele Lenze zähle, eine andere Sprache als die “Erwachsenen” spricht, ist, so denke ich, ein zeitloses Phänomen. Und es ist sicher oft genug vorgekommen, dass Teile der Jugendsprache “gesellschaftsfähig” wurden. Aber, so scheint es zumindest mir, es gab bisher absolute Grenzen, die bei diesem Prozess der Sprachanpassung nicht überschritten wurden. Eine solche fällt im Moment.
Seit einiger Zeit wird man als Kunde von vielen Firmen mit einem freundschaftlichen “Du” umworben. Unbekannterweise, wildfremd, aber trotzdem, “Gib einfach bei Deiner Bestellung….” (Werbung von Quelle). Nein Danke, jetzt bestelle ich bei Ihnen nicht mehr. Es gibt noch viele weitere Beispiele für Werbung oder Aktionen von (versuchter) Kundenbindung, die nicht explizit die “jüngere Generation” als Zielgruppe haben, aber trotzdem mit dieser unsäglichen Anbiederung daherkommen.
Hier geht ein Stück weit Respekt vor dem Mitmenschen verloren. In Frankreich werden die Schwiegereltern mit “Sie” angesprochen. Ob das im Speziellen nachahmenswert ist, möge jeder selbst entscheiden. Aber es ist, da bin ich mir sicher (zumindest in den meisten Fällen) ein Zeichen der Achtung und eben nicht der Verachtung. Warum das die Werbestrategen nicht auch so sehen, ist mir ein Rätsel.

Prominentestes Beispiel dürfte der schwedische Möbelhersteller sein. Dort gibt es kein “Sie” und wenn man es trocken analysiert, könnte man meinen, der Erfolg gibt ihnen Recht
[...] Zwar keine Satire, aber Fundament dafür: Ein kleiner Link zu Wahrnehmung und Wirklichkeit Und den hier Die meine Satire gelesen haben interessiert sicher auch das Engagement Prominenter Demokratie Und der Sprachwandel im Kleinen [...]