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Archive for Oktober 2008

Heute weiß die Sächsische Zeitung zu berichten, dass bei IKEA in Dresden und Sindelfingen Expresskassen eingerichtet wurden. Eine Voluntärin der SZ hat dazu einen Selbstversuch gewagt und einen Artikel geschrieben.

Schade nur, dass an diesem Tag zu viele Dresdner ihren Feierabend ebenfalls bei Ikea verbringen. Das Ergebnis: lange Schlangen an den Kassen.

Dagegen sollen nun 8 Expresskassen helfen. Hier geht es angeblich schneller vorwärts, dafür muss der Kunde selber seine Waren scannen. Toller Service von der IKEA Family. Hauptsache ich lasse mein Geld im vollautomatischen Warenhaus. Aber zurück zu Kasse.

Mit dem roten Laserstrahl können Waren bei Ikea nun eigenhändig eingescannt werden. Die Bedienung funktioniert kinderleicht und bringt Spaß.

So zumindest die zugehörige Bildunterschrift. Im Text klingt das zwischen den Zeilen schon anders:

Zielsicher ziehe ich den rotleuchtenden handlichen Scanner über den Barcode, […] . Doch nichts geschieht.

Doch schon bei meinen wenigen Artikeln bin ich kurz davor, den Überblick zu verlieren.

Tolle neue Welt. Damit man nicht absichtlich den Überblick verliert, ist für 4 Kassen eine Kassiererin zuständig. Das nenne ich Effektivitätssteigerung. Den Verlust an Service bemerkt schon gar keiner mehr, weil es schön schnell geht. Aber auch nur so lange, wie nicht die anderen Kunden auch auf den Trichter gekommen sind und die „normalen“ Kassen klammheimlich und allmählich verschwinden.

Den Gipfel aber liefert „Marion Schmidt von der Verbraucherschutzzentrale Sachsen“:

Diese Kassen sind eine gute Idee.

Danach erfolgt noch eine Relativierung, dass für ältere Menschen die „normalen“ Kassen erhalten bleiben sollten. Toll. Das ist angeblich auch der Plan von IKEA. Na mal sehn, wieviele KassiererInnen in einem Jahr noch beschäftigt sind. Es ist unglaublich, aber der Artikel verbreitet positive Stimmung, obwohl Service und Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Vor solchem Journalismus graut es mir.

Quelle: Sächsische Zeitung, 28.10.08, Wenn Kunden sich selbst abkassieren“
Von Juliane Richter


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zumindest, wenn man einem Richterspruch aus Hamburg glauben darf. Gefunden habe ich das Ganze bei PatJe.de . Genauere Informationen finden sich in der TAZ.

„Störungspotential“ und „unzumutbare Lärmquelle“ sind Begriffe von Richtern für unser aller Kinder. Das darf nicht sein, kann man Richter absetzen? Allerdings darf natürlich auch ein Richter bestehendes Recht nicht beugen:

Nach der Baunutzungsverordnung in der Fassung von 1990 seien Kindertageseinrichtungen in reinen Wohngebieten „nicht zulässig und können allenfalls im Wege einer Befreiung im Einzelfall zugelassen werden“ (1)

Dann gehört diese Verordnung schnellstens geändert. Seien wir ehrlich, wann stört Lärm am meisten? Wohl doch zu Zeiten der Mittagsruhe und am Wochenende. Ausgerechnet zu diesen Zeiten ist aber auch in einer KiTa Ruhe. Und wenn nicht in Wohngebieten, wo sollen KiTas dann untergebracht werden? Wenn in dieser Richtung weiterargumentiert wird, gibt es Kindertageseinrichtungen zukünftig nur noch in Gewerbegebieten. Da können die Kinder dann ungestört schlafen und die frische Luft genießen.

Diese Verordnung und deren Auslegung konterkariert alles, was von Politikern so tagtäglich erzählt wird. Wir brauchen mehr Kinder, das Land muss Kinderfreundlicher werden, koste es was es wolle. Dazu ist aber nicht nur Elterngeld erforderlich, sondern auch ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab dem 14. Lebensmonat (besser noch ab 12 wegen der Eingewöhnung nach dem Elterngeld) und attraktive KiTas in der Nähe der elterlichen Wohnungen.

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8% der Schulabgänger Deutschlands haben keinen Abschluss. Das ist erschreckend. Aber ob es reicht, beim Bildungsgipfel die Halbierung dieser Quote bis 2015 zu fordern? Das klingt schon fast nach Sozialismus, wer weiß, wer dann der Quotenabsolvent ist.

Ok, so schwarz ist es wohl doch nicht, es soll deutlich mehr Geld für Bildung in die Hand genommen werden. Bis 2015 sollen die staatlichen Ausgaben für Bildung von jetzt 6,2% auf dann 7% des Bruttoinlandsproduktes, die Ausgaben für Forschung von 2,7% auf 3% des BIP steigen. Das bedeutet laut zdf.de Mehrausgaben von 25 bis 60 Milliarden pro Jahr. Wer die 60 Milliarden auch immer ins Spiel gebracht hat, der ist ein grenzenloser Optimist, kann nicht rechnen oder macht Wahlwerbung. Wenn die Gesamtsteigerung der Ausgaben von 1,1% des BIP absolut 60 Milliarden Euro sein sollen, dann müsste das gesamte BIP 5454 Milliarden Euro sein, eine Erhöhung um 125% in den nächsten 8 Jahren. Wers glaubt, wird seelig. Hier soll es wohl nur nach großen Mehrausgaben für die Bildung aussehen. 60 Milliarden werden es nie und nimmer (siehe BIP-Entwicklung bei Wikipedia).

Und noch ein weiteres Hindernis auf dem Weg dahin ist zu überwinden. Es muss die Senkung der Ausgaben im Bildungsbereich beendet werden. Siehe Maschinenkabinet hier in Pieschen oder der alltägliche Wahnsinn beim Betrieb von Kindertageseinrichtungen. Hier bin ich seit kurzem selbst betroffen, und das erste, was wir beim Elternabend zu hören bekamen, war, dass der Etat für Personal um ca. 10.000 Euro pro Jahr gekürzt wurde. In dieser KiTa werden nur 45 Kinder betreut, also wurden pro Kind und Jahr ca. 200 € im Stadtsäckel belassen.

Es wird Zeit zum Umsteuern, nicht der Politiker wegen, die in 8 Jahren ohnehin alle ausgetauscht sind, sondern um der Chancen unserer Kinder willen. Der große Wurf wäre, die Bildungspolitik auf die Bundesebene zu verlagern. Aber soweit wird es wohl nie kommen. Ein schöner Kommentar dazu auf Sueddeutsche.de.

Quellen: zdf.de

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Michael Sommer, sines Zeichens DGB-Chef, hat sein Patentrezept gegen eine drohende Rezession vorgestellt.

„Eine Senkung der Kfz-Steuer würde den bedrohlichen Nachfragerückgang bei der Automobilindustrie stoppen“, sagte Sommer der „Netzeitung“. Um eine Rezession zu verhindern, müsse der Staat zudem „Geld in der Größenordnung von 25 Milliarden Euro in die Hand nehmen“ und in den Klimaschutz und in die öffentliche Infrastruktur investieren. „Jeder Euro, der in die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude oder in den Straßenbau fließt, setzt jetzt wichtige Impulse gegen Rezession und Arbeitsplatzabbau“ (1)

Die KfZ-Steuer ist schon jetzt lächerlich niedrig, was soll da bitteschön noch gesenkt werden? Wovon sollen die neuen Straßen bezahlt werden, wenn nicht von eben dieser Abgabe? Und den Wunsch nach Straßenbau im gleichen Atmemzug mit dem Wort Klimaschutz zu verwenden ist schon dreist. Man kann eben nicht jede Forderung mit „grün“ begründen, nur weil das gerade in ist. Schade, dass sich der oberste Gewerkschafter auf so einfache Art und Weise selbst unglaubwürdig macht.

Quelle:   (1)   n-tv.de

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Im Moment zeigt sich der Staat großzügig. Nicht nur die Banken werden bedacht. Auch für die Rentner ist mehr drin. Gleich vorweg, ich gönne jedem Rentner seine Rente! Aber ich frage mich trotzdem, ob es richtig ist, den Riesterfaktor, also einen Multiplikator, der den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer Gesellschaft mit relativ immer mehr Rentnern berücksichtigen soll, außer Kraft zu setzen. Genau das soll in diesem Jahr wiederholt passieren, nachdem im letzten sogar eine Rentenerhöhung einfach so beschlossen wurde.

zudem will die Regierung im Jahr der Bundestagswahl erneut den sogenannten Riester-Faktor aussetzen, der die Entwicklung der Altersbezüge bremst. (1)

Ok, es sind Wahlen, und die Rentner haben viele Stimmen zu verteilen. Und in Zukunft werden es immer mehr. Das heißt, irgendwann kollabiert die gesetzliche Rentenversicherung vollständig. Ich behaupte einfach, dass das, was zweimal funktioniert hat immer wieder funktionieren wird. Schade um die Mühen der vorangegangenen Regierung, dem Wandel der Gesellschaft Rechnung zu tragen.

Quelle: (1) … n-tv.de

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Witzige Nachricht zum Ölpreis

Ich bin gerade über die Schlagzeile gestolpert, wiederum bei n-tv.de

Ölpreis erholt sich

10 Tage war der Ölpreis krank, nun steigt er wieder, Gott sei Dank!

Da muss ich in den vergangenen Wochen und Monaten etwas falsch mitbekommen haben. Bisher hatte ich angenommen, ein hoher Ölpreis wäre schlecht für die Konjunktur, und jetzt auch noch die Krise…

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Gerade las ich im Ticker bei n-tv.de, dass die Deutsche Bank auf Hilfen vom Staat verzichten will und offensichtlich kann. Oha, dachte ich mir, da ist der Herr Ackermann wohl doch sein Gehalt wert.

Außerdem erklärte er, dass

ich in diesem schwierigen Jahr auf meinen Bonus verzichte – zugunsten verdienter Mitarbeiter, …

Na das ist doch mal nobel. Es soll sich um einige Millionen handeln. Aber der Satz geht noch weiter…

…die das Geld nötiger haben als ich“, […]. Damit wolle er „ein ganz persönliches Zeichen der Solidarität setzen“

Der Gesamte Vorstand will verzichten, aber ob das Geld wirklich bei den verdienten Schalterangestellten ankommt, sprich ganz unten in der Hackordnung? Ich wage es zu bezweifeln. Es gibt bestimmt schon einige Leitungsebenen darüber Manager, die das Geld „nötiger haben als“ Herr Ackermann. Da fällt mir einfach nichts mehr ein.

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