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Archive for Dezember 2008

Schäden durch Naturkatastrophen werden zum Teil durch Versicherungen ersetzt. Und die letzten in der Kette, die Rückversicherer, melden sich nun zu Wort.

Versicherung fordert besseren Klimaschutz

ist eine Meldung in der Sächsischen Zeitung überschrieben. Worum genau geht es ?

Dieses Jahr geht in die Geschichte als eines der schlimmsten Naturkatastrophenjahre ein – mit 220000 Toten und Schäden von 200 Milliarden Dollar.

Das sind aber Zahlen, die die Versicherer kaum kratzen, es ei denn, ihr eigener Büro-Wolkenkratzer wurde von einem Hurrikan umgeweht. Es geht um weniger.

Auch die versicherten Schäden legten deutlich um 50 Prozent [im Vergleich zu 2007] auf 45 Milliarden Dollar zu.

Während die materiellen Schäden sich nahezu verdoppelten, steigen die versicherten Schäden nur um die Hälfte. Was mir dieser Fakt sagen will, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall wurde ein Vorstand der Münchner Rück aufgeschreckt.

Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek forderte mehr Klimaschutz: Bis 2050 müsse der Ausstoß von Treibhausgas halbiert werden.

Es wäre sicher eine gute Sache, wenn die Versicherer günstigere Tarife für nachhaltiges Wirtschaften anböten. Aber das ist in Sachen Risikobewertung leider nicht zu halten, denn dem Klima ist es egal, wo auf diesem Planeten die Treibhausgase freigesetzt werden. Ich nehme also an, dass Herr Jeworrek seinem frommen Neujahrswunsch keine konkreten Pläne wird folgen lassen können.

Quelle: Sächsische Zeitung, 30.12.2008

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Anders kann ich mir die Mengen benötigter Wale zu Forschungszwecken nicht erklären. So zumindest lautut ja die jährliche Begründung für den Walfang in den Gewässern der Antarktis.

Im Rahmen seines Forschungsprogramms will Japan in diesem Jahr 935 Zwerg- und 50 Finnwale töten. Die Tierschützer kritisieren das Programm als Umgehung des seit 22 Jahren bestehenden Walfangverbots.

985 Wale pro Jahr. Da müssten pro Tag 2,7 Wale seziert, katalogisiert, mikroskopiert…. werden. Hier unterstelle ich dem ehrgeizigen japanischen Forscher allerdings 365 Arbeitstage. Die einzige Begründing kann also sein, dass bei den Testreihen regelmäßig Fehler passieren und man zur Kompensation der Schusseligkeiten fast 1000 Wale pro Jahr zerschnippeln muss.

Schade, dass es an Umweltschutzorganisationen hängt, diesen offensichtlichen Schwachsinn öffentlich zu brandmarken.

Quelle: Sächsische Zeitung, 29.12.2008

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Schade um die schöne Weihnachtszeit. Ich empfand sie dieses Jahr als quasi nicht vorhanden. Die Besinnlichkeit bleibt nahzeu auf der Strecke, aber das empfinden sicher viele so. Und wenn wir schon so weit sind, dann lässt sich doch auch laut über die Verlängerung des Dresdner Striezelmarktes über den Heiligen Abend hinaus nachdenken.

„Das würde unserer Stadt gut zu Gesicht stehen“, sagte der Vizechef des Hotels Pullman Dresden Newa, Ulrich Prasser.

Das empfinde ich nicht. Ein Weihnachtsmarkt gehört in die Adventszeit, das Weihnachtsfest ist der Höhepunkt des zu Ende gehenden Jahres. Punkt.

Rund 2,6 Millionen Dresdner und Touristen haben den diesjährigen Striezelmarkt besucht – etwa 100000 mehr als vor einem Jahr. Dennoch steckt Dresden in einer Tourismuskrise.

Daran wird auch ein verlängerter Striezelmarkt nichts verändern. Hauptattraktionen bleiben die Semperoper, die Dresdner Sammlungen und die barocke Architektur. Wenn es der Stadt nicht gelingt, diese zu vermarkten, wird auch ein saisonal begrenztes Ereignis die Hotels nicht sanieren. Zumal es ja sogar eine Selbstbeschränkung zu geben scheint:

Mario Müller-Milano vom Dresdner Händler- und Schaustellerverband [:] […]  Den 31. Dezember benötigten die Händler aber zum Abbauen.

Begreift also doch einer, dass man zu Ostern Glühwein schlecht verlaufen kann. Andererseits, wenn der Markt am 31. Dezember stehen bliebe, könnten sich wildgewordene Jugendliche in der Silvesternacht austoben und unversteuerte illegale Feuerwerkskörper verwenden, um die Hütten kontrolliert abzubrennen. Das freute die Feuerwehr, denn das Gefahrenpotential würde lokal begrenzt. Auch die Zimmererzunft von Dresden hätte einige Aufträge mehr, denn neue Verkaufsstände müssten hergestellt werden. Oh Du fröhliche…Wirtschaftskrise.

Quelle: Sächsische Zeitung, 27.12.2008

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Dafür wirbt Professor Franz Josef Radermacher in einem Interview in der Sächsischen Zeitung. Da kann ich ihm ja nur zustimmen. Er rechnet vor, dass die Staats(neu)verschuldungen der Welt nicht sein müssten, wenn es keine „Steueroasen“ gäbe.

Die Staaten der Welt verlieren nach Schätzungen durch die grenzüberschreitende Steueroptimierung jährlich etwa 500 Milliarden Dollar Steuereinnahmen, durch die Steuerparadiese noch einmal 500 Milliarden. Das sind also 1000 Milliarden Dollar, und das ist fast das Dreifache der jährlichen Neuverschuldung aller Staaten zusammen.

Wenn dem so ist, sollte es doch kein Problem sein, entsprechende Schlupflöcher zu schließen. Die typischen Steuerparadiese sollten keine so große Lobby auf dem internationalen Parkett haben, oder? Leider gibt es aber auch nationale Begehrlichkeiten der Industrieländer, die großen Firmen Milliarden an Subventionen hinterherwerfen.

Einiges kann ich aber nicht nachvollziehen. Z.B. die Argumentation zu steigender Staatsverschuldung. Ich sehe das ja so, daß die nächste Generation hier Schulden zurückzahlen muss, ergo, wir uns bei dieser Generation „verschulden“. Prof. Radermacher legt das aber buchstabengetreu aus:

Schon die Vorstellung, wir würden uns bei der nächsten Generation verschulden, ist so nicht richtig. Denn die, denen wir das Geld schulden, sind auch in der nächsten Generation. Das heißt, wir schulden der nächsten Generation gar nichts.

Nur weil auch der Banker sein Geschäft an den Nachfolger übergibt, sinkt der Schuldenberg der öffentlichen Hand. Habe ich das so richtig vertanden?

Oder die Ansichten des Professors über Wertschöpfung, die in einem Satz hervorblitzen:

Das gelingt nur, wenn wir international die interessantesten Wertschöpfungsprozesse, wie etwa Finanzmarkttransaktionen, besser besteuern können,…

Wenn ich diesen Satz lese, wird mir schlecht. Es wird auch nicht ein einziges Reiskorn erzeugt, nur weil ich 2 Milliarden Dollar um den Erdball transferiere. Wertschöpfung sieht nun wirklich anders aus. Aber solange das Wirtschaftsprofessoren oder Angewandte Mathematiker nicht verinnerlichen, wird es auch weiterhin solche Krisen geben, die wir derzeit erleben.

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… wenn er der angeschlagenen einheimischen Autoindustrie nicht hilft. Sowohl die US-amerikanischen, aber auch die deutschen Automobilhersteller haben eine Entwicklung hin zu einem umweltfreundlicherem Gefährt verschlafen. Eine finanzielle Hilfe für GM oder Crysler könnte man wahrscheinlich sofort unter Verlusten buchen.

Nur hier in Europa ist die Politik nicht konsequent und duckmäusert vor der Autolobby.

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Um es vorwegzunehmen. Ich habe keine „bessere Gesellschaft“ auf Lager, und ich will auch den Sozialismus in der erlebten Form nicht zurück. Die Vorstellungen vom Funktionieren einer weltweiten Wirtschaft müssen aber trotzdem erneuert werden. Auf diesen Gedanken brachte mich heute eine Schlagzeile auf heise.de (1).

Server-Markt erstmals seit zwei Jahren rückläufig

Es wird als Hiobsbotschaft hingestellt, wenn in einem Marktsegment der Umsatz in einem Quartal mal geringer ausfällt als im vorhergehenden. Dabei müsste jedem Wirtschaftswisenschaftler klar sein, dass ein ewiges Wirtschaftswachstum unmöglich ist (Siehe Max Frisch). Es wird aber behauptet, dass eben dieses notwendig sei.(2)

Die deutsche G8-Präsidentschaft steht unter der Überschrift „Wachstum und Verantwortung“. Merkel machte deutlich, dass Wirtschaftswachstum notwendig ist, um Wohlstand zu erreichen.

Ergo muss das derzeitige Wirtschaftssystem bzw. unsere Einstellung zu „Wohlstand“ neu überdacht werden. Ein sehr guter Artikel zu diesem Thema auch hier.

Quellen: (1) heise.de
(2) www.g-8.de


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Es ist zur Zeit interessant zu sehen, wie sehr die Politik am Gängelband der Industrie hängt. Sollte es nicht andersherum sein ? Die EU liefert einen neuen Kompromiß in Sachen CO2 Ausstoß von Kraftfahrzeugen und der Klimagipfel in Posen gleitet in Richtung Wirtschaftsrettungstreffen ab.

Ab 2012 sollen die KfZ-Hersteller Strafe zahlen, wenn die verkauften Autos zu viel CO2 pro Kilometer ausstoßen. Ich sehe schon deutlich vor mir, daß es optimierte, künstliche Strecken geben wird, auf denen dieser Verbrauch bestimmt wird. Und es wird auch 2011 wohl wieder deutsche provinzielle Landesregierungen geben, die vor dem wirtschaftlichen Niedergang einer ganzen Nation warnen. Jeder Kompromiß kann schließlich neu überdacht werden.

Aber die Ganze Welt kuscht. Knut Krohn in der Sächsischen Zeitung muss leider feststellen:

eines der Hauptanliegen der Umweltschützer [ist es], in den kommenden Tagen das bereits Erreichte zu verteidigen.

Das ist wirklich wenig erbaulich. Aus meiner Sicht bieten sich der Wirtschaft viele Möglichkeiten, aus einer Änderung hin zur „grünen Wirtschaft“ Kapital zu schlagen. Leider gibt es keinen, der die entsprechenden Visionen entwickelt. Stattdessen heißt es „immer weiter wie bisher“. Immer höher, schneller, weiter.
Quelle: Sächsische Zeitung vom 02.12.08

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