Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Energie’ Category

Berlin verbietet Wärmepilze vor Kneipen“ berichtet die Sächsische Zeitung von heute. Bisher nur auf einige Stadtbezirke begrenzt, hat das hoffentlich Modellcharakter. Bisher gibt es solche Initiativen laut Artikel erst in Nürnberg und Stuttgart. In letzterer Stadt aber mit fadem Beigeschmack:

Stuttgart, einst Vorreiter, lockerte auf Druck der Restaurant- und Barbesitzer das im April 2007 verhängte Verbot bereits wieder: In den Wintermonaten dürfen die Strahler wieder aufgestellt werden.

Weil im Sommer im Biergarten ja auch so viel geheizt werden muss. Ich frage mich ohnehin, was die Menschen im Winter an einem Essen im Freien so toll finden. Ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt kann so schön sein, da stören Heizpilze doch nur. Winter ist nunmal kalt, heutzutage ohnehin nur noch kühl.

Dumm nur, dass es so viele Ausnahmen von dieser Regelung geben wird:

Das Verbot gilt allerdings nur für öffentliche Flächen. Eigentümer von Kneipen auf privaten Grundstücken können weiter die Luft heizen. Und auch im zugigen Eingangsbereich des Auswärtigen Amts in Mitte dürfen die Heizpilze wohl weiter glühen. „Das hier ist keine öffentliche Straßenfläche“, begründet eine Mitarbeiterin.

Da wissen die Besucher des auswärtigen Amtes wenigstens gleich, wieviel von den angepeilten Umweltschutzzielen der Regierung zu halten ist. Aber auch das Gesetz selbst ist nur halb ausgegoren:

Manche Kneipen haben bereits Alternativen, allerdings auch nicht ohne Emissionen: elektrische Heiz- oder Infrarotstrahler.

Dann doch lieber das Gas direkt verheizen, das ist allemal Umweltfreundlicher als der Umweg über die Elektroenergie, wohlmöglich noch aus Braunkohleverstromung.

Read Full Post »

In letzter Zeit habe ich häufiger Berichte zu den Themen Nahrungsmittelpreise und Bio-Ethanol gelesen. Heute wieder zwei, deren Aussagen unterschiedlicher nicht sein könnten:

  1. Sächsische Zeitung „Brachliegende Felder in Osteuropa sind ein Energiepotenzial“
  2. n-tv.de „Biosprit kriegt Schuld – Lebensmittel bleiben teuer

Nach dem 2. Artikel erwartet die OECD einen Anstieg der Lebensmittelpreise im 10 bis 60 Prozent in den nächsten 10 Jahren.

Das gehe vor allem zulasten der ärmsten Länder, warnte er (Stefan Tangermann, OECD-Agrardirektor) nach einem Treffen mit Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD).

Das liegt dann aber auch daran, dass die ärmsten Länder mittlerweile „verlernt“ haben, Lebensmittel anzubauen. Schließlich braucht es in der ersten Welt Baumwolle, Kaffee und Kakao. Sonst könnten sich diese Länder doch mit einheimischen Lebensmitteln versorgen, egal, wie der Weltmarktpreis aussieht.

In dem SZ-Artikel behauptet Helmut Lamp, Bundestagsabgeordneter und Bauer,

„Es kann doch nicht sein, dass Gerste weniger kostet als Gartenerde, dass wir mit Milliarden Euro die Landwirte subventionieren und dann mit exportiertem Billiggetreide den Anbau in Ländern der Dritten Welt ruinieren, sagte Lamp.

Es gebe allein in Osteuropa 30 Millionen Hektar Brachland, die man nur nutzen müsse. […] „Hunger ist eine schreckliche Sache, aber die Ursache ist gewiss nicht der Biosprit.“

Naja, wenn die Nachfrage nach Getreide steigt, weil es einerseits wie bisher zu Mehl gemahlen und andererseits neuerdings zu Bio-Ethanol umgewandelt wird, dann steigt der Preis. Wenn dieser dann so hoch ist, dass er in der 3. Welt nicht mehr bezahlt werden kann, dann sorgt das dort für Hunger.

Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass man den Bio-Kraftstoff nicht verteufeln darf. Er zeigt auf recht einfache Weise, wohin sich die Welt in Sachen Ressourcenverbrauch entwicklen muss. Nämlich weg von einer Einbahnstraßenwirtschaft, wo alles auf der Halde endet, hin zu einer Wirtschaft mit Kreisläufen, aber eben nicht nur des Geldes. Ich halte das im Angesicht der Ressourcenknappheit für den einzig gangbaren Weg. Der Hunger kann also nicht mit Erdöl bekämpft werden. Die Bundesentwicklungsmisniterin zielt in die falsche Richtung wenn Sie behauptet, dass noch viel Überzeugungsarbeit gegen Bio-Ethanol zu leisten sei (n-tv Artikel). Wie wäre es stattdessen nächstens mit TransFair Kaffee?

Read Full Post »

ntv.de berichtet unter dem Titel „Rechtsbruch wird genehmigt„, dass die Gruppe der Kernmaterial-Lieferländer (NSG) ein Exportverbot von Nukleartechnologie an Indien aufgehoben hat. Das pikante daran, die NSG wurde 1974 gegründet, nachdem Indien seine erste Atombombe getetstet hatte. Dazu muss man wissen, daß Indien bis heute nicht den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat. Warum nun plötzlich dieser Sinneswandel? Es geht us große Geld, das sich mit dem Bau von Atomkraftwerken verdienen lässt und vielleicht ist auch ein wenig US-Wahlkampf dabei:

Ein Teilnehmer des Treffens sagte, die USA hätten erheblichen Druck auf die kritischen Länder ausgeübt und mit den höchsten politischen Stellen gesprochen.

Neben den USA hoffen auch Länder wie Frankreich und Russland auf diese lukrativen Aufträge. Allein der Auftrag zum Bau von zwei dieser Atomkraftwerke würde in den USA 3000 bis 5000 neue Stellen schaffen, behauptet das US-Außenministerium.

Wie die USA es geschafft haben, die Länder (Irland, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österrreich, Schweiz) zu überzeugen, die sich dagegen ausgesprochen haben, wird leider nicht erwähnt.

Am Freitag hatte das Land [Indien] erneut für seine Vertrauenswürdigkeit geworben und bekräftigt, weiterhin freiwillig auf Atomtests zu verzichten und sich an die Richtlinien der NSG zu halten. Nach Angaben von Diplomaten war dies ein ausschlaggebender Punkt, der die Kritiker überzeugte. „Der Beschluss der NSG stellt ausdrücklich klar, dass die nunmehrige Ausnahme auf der Basis dieser Zusagen gewährt wird“, teilte das österreichische Außenministerium mit.

Eine scheinbar mündliche Zusage genügt. Wenn es den Indern ernst wäre, könnten Sie doch auch den Atomwaffensperrvertrag unterzeichen?

Was außerdem interessant ist: unter den ablehnenden Staaten befindet sich eigenartigerweise nicht Deutschland, obwohl es hierzulande als ausgemacht gilt, daß Kernkraft keine Zukunft hat. Dass man dieses Ziel dann konsequent, also weltweit, verfolgen sollte, steht meiner Meinung nach außer Frage. Aber in diesem Falle war man wohl nochmal den USA hörig, oder will selbst in Indien das große Geschäft machen. Zu diesem Punkt gibt es auch auf ntv.de eine entsprechend spitze Bemerkung als Schlusssatz: „Momentan hat Deutschland den Vorsitz der Gruppe.“, der NSG.

Schade, dass die deutsche Außenpolitik so wenig mit den eigenen innenpolitischen Werten anfangen kann. Es bleibt zu hoffen, dass die „grüne“ Energieerzeugung früher oder später ein Exportschlager wird, und das nicht (nur) aus wirtschaftlichen Gründen.

Read Full Post »

Heute gibt es wieder unter „Perspektiven“ einen Beitrag in der Sächsischen Zeitung, der aus meiner Sicht kommentiert werden muss. Leider gibt es diese Texte nicht im Online-Angebot. Gunther Ziegenbalg, derzeitig Geschäftsführer einer „Fabrik für spezielle Solarzellen“ behauptet in der Überschrift „Die Ökosteuer muss tatsächlich für die Energiezukunft da sein“. Dieser Aussage muss man nichts hinzufügen, aber schon der Einleitungstext ist aus meiner Sicht als Anklage formuliert:

Das Phänomen der globalen Erwärmung wird von der Politik und von großen Konzernen zur Steigerung ihrer Einnahmen genutzt.

So funktioniert das nunmal, leider. Aber nochmal zur Erinnerung, der Autor des Artikels führt die Geschäfte einer Solarzellenfirma, lebt also ebenfalls vom Klimawandel und dem Geld, welches der Staat als Förderung für Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien ausschüttet.

Was mich dann aber wirklich stutzig machte: Er behauptet,

Ein Einfluss der Menschheit auf die derzeitige Temperaturerhöhung durch einen erhöhten CO2-Ausstoß sollte daher zumindest kontrovers diskutiert werden.

Ich dachte, diese Diskussionen hätten wir mittlerweile hinter uns. Die Brgründungen für diesen Standpunkt sind (fett: Anmerkung des Autors)

Die Wikinger […] haben es (Grönland) wegen der damals herrschenden höheren Temperaturen „Grünland“, also Grönland genannt. Nur ist die Welt damals noch nicht im Vergleich zu heute von menschlich erzeugtem Kohlendioxid angeblich „vergiftet“ gewesen.

Die derzeitigen Klimamodelle […] sind derart komplex, dass eine leichte Variation der Startbedingungen diametral entgegengesetzte Ergebnisse liefert.

Neuere Forschungen zeigen beispielsweise, dass sich die Stärke des Magnetfeldes der Sonne im 20. Jahrhundert verdoppelt hat und sich dadurch weniger kühlende Wolken auf der Erde bilden.

Warum behauptet jemand, der eigentlich an der Verringerung des CO2-Ausstoßes verdient, dass es doch gar nicht so schlimm sei, wohlmöglich ist CO2 gar nicht die Ursache des Klimawandels? Zumal ja doch etwas dran zu sein scheint. Die Zukunft sieht Herr Ziegenbalg in ganzheitlichen Ansätzen,

bei denen auch das Thema konventioneller Kernenergie als Technologie ohne Erzeugung von Treibhausgasen nicht ausgelassen werden darf.

Also gibt es doch den vom Menschen erzeugten Anteil am Treibhauseffekt? Ja, wie denn nun?

Im nächsten Abschnitt geht er mit der Praxis der Verwendung der Ökosteuer ins Gericht. Das sehe ich genauso. Die hier erziehlten Einnahmen sollten in Entwicklung von zukunftsfähigen Energietechnologien fließen. Und es sollte die Industrie in allen Formen, gerade die energieintensive, daran beteiligt werden. Als Ausnahme würde mir z.B. der öffentliche (Nah)Verkehr einfallen. Das hätte sicher eine verstärkte Steuerwirkung.

Außerdem prangert er die hohen Preise für Öl etc. an und begründet diese mit

Desinformation und die daraus folgende allgemeine Angst vor der Verknappung der Rohstoffreserven wird genutzt, um Rohstoffpreise in astronomische Regionen zu treiben.

Ich frage mich, wer hier desinformiert wird. Der Endverbraucher kann kaum auf die (eingebildete) Verknappung reagieren, zumindest kenne ich niemanden mit einem Tanklager im Garten. Und Großabnehmer von Rohöl kennen sich vermutlich mit den vorhandenen Reserven ziemlich gut aus. Es gilt nun einmal, dass eine Ware soviel Wert ist, wie jemand bereit ist, dafür zu bezahlen. Da kann ich den Ölkonzernen keinen Vorwurf machen.

Am Ende des Artikels gehe ich dann mit Herrn Ziegenbalg wieder konform, wenn er fordert:

Ökosteuermittel müssen für weitreichende verfügbare Rohstoffe und technologien strategisch eingesetzt werden und dürfen nicht zur generellen Finanzierung des Staatshaushaltes verwendet werden.

Dann würde diese Steuer ihren Namen tatsächlich verdienen.

Read Full Post »

Ich bin wahrlich kein Finanzfachmann, ich versuche die Meldungen aus dem Wirtschaftsbereich mit meinem, hoffentlich gesunden, Menschenverstand zu verarbeiten. Nun gibt es da 3 Dinge, die in letzter Zeit alles in diesem Sektor zu beherrschen scheinen:

  1. Die globale Finanzkrise, seinerzeit ausgelöst durch den zusammenbrechenden Immobilienmarkt in den USA
  2. Die steigenden Energiekosten, speziell der explodierende Ölpreis
  3. Klimaschutz, die Bemühungen, den CO2-Ausstoß auf 50% von was auch immer bis 2050 zu reduzieren

Diese 3 Punkte sind miteinander verbunden. Die Finanzkrise hat die gesamte Wirtschaft erreicht, die wiederum von Energiepreisen vor allem in Industrieländern anhängig ist. Die Antwort der G8 darauf widerspricht dem Punkt Nummer 3 und wohl auch den derzeitigen Gegebenheiten, wie attac in ihrem G8-Blog berichtet (fett vom Autor eingefügt):

In ihrer Erklärung ( der G8 ) zur weltwirtschaftlichen Lage, die heute bekannt wurde, geht es ihnen insbesondere um kurzfristige und schnelle Investitionen in die Förderung und in den Raffineriesektor. Diese Forderung ist reine Augenwischerei. Denn Saudi-Arabiens Ankündigung bei der internationale Öl-Konferenz von vor 10 Tagen das Angebot zu steigern, wurde international kaum für bare Münze genommen, da die aktuellen Reserven und Förderkapazitäten tatsächlich begrenzt sind. Zudem gibt es einen Engpass bei Raffineriekapazitäten, das jegliche Ankündigungen von zügig und deutlich steigendem Output als haltlos entzaubert.

Von George Bush hätte ich das ja erwartet. Aber unser aller Klima-Bundeskanzlerin stößt in das gleiche Horn (zitiert von ARD-Nachrichten, fett nur Hervorhebung):

Merkel äußerte sich allerdings erneut besorgt über die steigenden Preise. Sie sprach sich für eine höhere Ölförderung und deutlich mehr Energie-Effizienz in den Industriestaaten aus.

Dieses Vorgehen wird an den einen oder an den anderen Baum gehen. Entweder, wir haben Peak-Oil derzeit wirklich erreicht, dann kommt es um so schneller zu einer harten Landung mit wirklich steigenden Ölpreisen, weil die schwindenen Reserven schneller gefördert und verheizt werden sollen. Oder aber, es tun sich neue Lagerstätten auf, oder solche, die plötzlich wirtschaftlich auszubeuten sind. Dann ist es aber Essig mit der CO2-Reduzierung. Jedes Barrel Öl, das mehr verbrannt wird, bedeutet mehr CO2. Das weiß Frau Merkel ebenfalls (wieder ARD-Nachrichten):

„In Deutschland müssen wir lernen, unabhängiger von den teuer gewordenen fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zu werden“, sagte die Bundeskanzlerin.

Nicht nur in Deutschland müssen wir das lernen. Die Abhängigeit von fossilen Energieträgern insgesamt muss weltweit überwunden werden. Sonst kommen wir dahin, dass wir anderen Ländern Geld dafür bezahlen, dass diese ihre Umwelt zerstören. Und das dies dann ein Bumerang ist, dürfte jedem klar sein.

Read Full Post »