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Archive for the ‘Kritik’ Category

Nun ist es also raus. Christian Wulff soll den Ehrensold erhalten, der einem Bundespräsidenten zusteht, der aus gesundheitlichen oder politischen Gründen zurückgetreten ist. Nun ja, gesundheitliche Gründe werden es nicht sein. Aber ist es ein politischer Grund, vom Amt zurückzutreten, wenn die Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität des Bundespräsidenten beantragt? Ich denke ja, größeren Schaden kann man dem höchsten Amt im Staat kaum zufügen. Sprich, die Entscheidung des Bundespräsidialamtes, den Ehrensold an Christian Wulff zu zahlen, ist gesetzeskonform, zumindest aus meiner beschränkten Sicht.

Das heißt aber nicht, daß ich es richtig finde, was hier geschieht. Es sollte zum Beispiel Herrn Wulff leichtfallen, auf den Ehrensold zu verzichten, zumal er selbst zu Beginn seiner Amtszeit Änderungen an dieser Regelung für angemessen hielt:

Youtube-Video

Nur so kann er noch größeren Schaden von sich und seiner Partei abwenden. Wie lange der deutsche Michel allerdings nachtragend sein wird… ?

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Alljährlich zu Ostern zeigt der ADAC mit dem Finger auf die bösen Mineralölkonzerne. Die Benzinpreise steigen, immer zu Ostern. Das belegt sogar eine ADAC-Statistik:

Nach dieser müssen Autofahrer gerade vor Reisewochenenden mehr bezahlen. (1)

Da sage ich, das klingt einigermaßen logisch, wenn ich mir den Unterricht über unser Wirtschaftssystem in Erinnerung rufe.

Schuld an der Preiserhöhung ist laut ADAC-Pressesprecher Andreas Hölzel nicht nur der gestiegene Ölpreis, sondern auch das Profitdenken der Mineralölkonzerne. „Die halbe Nation ist während der Feiertage auf den Beinen. Da wollen die Ölmultis natürlich mitverdienen.“ Gemessen am Rohölpreis seien die Spritpreise in der Bundesrepublik deutlich überhöht. (1)

Die bösen Ölkonzerne. Ich warte wirklich auf die Grundgesetzänderung, in der jedem Bürger das Recht auf „(kosten)freie Fahrt mit dem eigenen Automobil mit Antrieb auf Verbrennungskraftmaschinenbasis“ eingeräumt wird. Bis dahin aber, lieber ADAC, werden jedes Jahr zu Ostern die Benzinpreise steigen. Und es ist völlig egal, wie hoch sie sind. Solange der Deutsche Michel bereit ist, zu diesen Preisen sein Auto zu bewegen, ist wirklich alles in Ordung und „der Markt“ funktioniert. Es gibt nunmal weder ein Grundrecht auf ein Auto, noch eines auf billiges Benzin.

Quelle: Sächsische Zeitung, 09.04.09

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Arme deutsche Sprache

Wahrscheinlich werde ich langsam alt. Zumindest zieht es mir die Schuhe aus, wenn ich den folgenden Artikel auch nur bis zur Hälfte lese:

Wochenkurier Dresden Nord KW 12

Wochenkurier Dresden Nord KW 12

Ich will der Schreiberin oder dem Schreiber nicht zu nahe treten, ich vermute aber im Wochenkurier keine Parodie auf sich selbst. Dann wäre diese auch nicht perfekt gelungen, denn es gibt einige unschöne Nachlässigkeiten, wie z.B. die Verwendung von „Jungs“ und „Boys“. Vielleicht sind das aber wirklich Begriffe für 2 unterschiedliche Dinge?! Ich vermute einfach, dass der Titel Programm ist für das Geschreibsel.

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Wehe, wenn sie losgelassen…

…die bewaffneten Maschinen. Laut heise.de denkt die Bundeswehr offen über bewaffnete, unbemannte Systeme nach. Tja wie funktioniert das Ganze dann? Arbeitet dieser Roboter autonom? Ziemlich gefährlich, würde ich sagen. Oder wird er per Funk gesteuert? Dann ist die Verbindung hoffentlich gut verschlüsselt und störsicher, sonst wäre es wieder ganz schön gefährlich.

Ich dachte immer, ein Kampfroboter ist finsterste Science Fiction, aber so langsam kommt die Menschheit wohl auch dahin. Und, um mal ein wenig zu provozieren: Wie weit ist der Weg vom unbemannten Kamera-Heli der Polizei bis zu einem solchen, der mit „Wirkmitteln“ (Zitat aus dem heise-Bericht) ausgerüstet ist? Manchmal graut es mir vor dem technischen Fortschritt.

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Dass die Personalabteilung mittlerweile „Human Ressources“ heißt und diese Übersetzung ins Deutsche tatsächlich „Ressourcen“ ist (wie z.B. bei einem Planungsprogramm für Projekte des Weltmarktführers für kommerzielle Bürosoftware), daran habe ich mich ja nun gewöhnt. Die Arbeitnehmer wahrscheinlich auch. Aber man kann eben alles immer noch einen Zacken besser, oder eben schlechter, machen.

Schon gestern, also am 06.01.2008, lieferte die Sächsische Zeitung eine Randnotitz zur Übernahme von VW durch Porsche.

Der Sportwagen-Hersteller Porsche hat sich gestern die Mehrheit an Volkswagen gesichert. Die Beteiligung sei auf 50,76 Prozent der Stammaktien gestiegen, teilte Porsche am Abend in Stuttgart mit. Damit haben auch die rund 8000 VW-Mitarbeiter in Sachsen einen neuen Eigentümer.

Ich wußte gar nicht, dass die Sklavenmärkte schon wieder eröffnet sind.

Klar, jeder weiß, was gemeint ist. Aber wenigstens von einer Zeitung sollte man doch semantisch korrekten Sprachgebrauch erwarten können. Ich würde sogar die (vielleicht philosophische) Frage stellen, ob nicht ein solcher Sprachgebrauch die Entwicklung der Wirklichkeit in diese Richtung begünstigt.

Quelle: Sächsische Zeitung, 06.01.2008

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Journalisten und Physik

Gestern ging es mir nur um die Darstellung von Fakten, die in meinen Augen unglücklich war. Heute sind es die Fakten selbst, die nicht mehr richtig dargestellt werden. Es ist wahrscheinlich Krümelkackerei, aber darf ich von einer Zeitung nicht ein Mindestmaß an Exaktheit erwarten? Diesmal geht es mir um Physik, Stoff aus Klasse 7. Im Artikel der Sächsischen Zeitung „Jede einzelne Google-Anfrage frisst Energie“ geht es um den Energieverbrauch der Informationstechnologie.

Allein eine Anfrage bei der Suchmaschine Google kostet vier Watt Strom pro Stunde

Das heißt also, jede Stunde surfen bei Google vergrößert sich die Leistungsaufnahme der Server permanent um 4 Watt? Natürlich nicht. Es ist die Energie von 4 Wattstunden oder 0,004 kWh gemeint, wenn man eine Stunde bei Google unterwegs ist.

Richtig Klasse ist dann auch noch der völlig nichtssagende Vergleich:

Und wer im Netz gleich ganze virtuelle Identitäten annimmt, wird vollends zum Klimasünder. „Ein Jahr lang eine Identität in der Parallelwelt Second Life zu pflegen, entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch eines Brasilianers.“

Die Daten, die ich dazu gefunden habe:

Das ergibt einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 2212 kWh pro Jahr und Einwohner in Brasilien. Alles was Recht ist, aber soviel Energie braucht Second Life bestimmt nicht. Schade um das Papier, auf dem dieser Artikel gedruckt wurde, ganz zu schweigen von der Energie, die benötigt wird, ihn online zu lesen.

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