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Posts Tagged ‘Verkehr’

Alljährlich zu Ostern zeigt der ADAC mit dem Finger auf die bösen Mineralölkonzerne. Die Benzinpreise steigen, immer zu Ostern. Das belegt sogar eine ADAC-Statistik:

Nach dieser müssen Autofahrer gerade vor Reisewochenenden mehr bezahlen. (1)

Da sage ich, das klingt einigermaßen logisch, wenn ich mir den Unterricht über unser Wirtschaftssystem in Erinnerung rufe.

Schuld an der Preiserhöhung ist laut ADAC-Pressesprecher Andreas Hölzel nicht nur der gestiegene Ölpreis, sondern auch das Profitdenken der Mineralölkonzerne. „Die halbe Nation ist während der Feiertage auf den Beinen. Da wollen die Ölmultis natürlich mitverdienen.“ Gemessen am Rohölpreis seien die Spritpreise in der Bundesrepublik deutlich überhöht. (1)

Die bösen Ölkonzerne. Ich warte wirklich auf die Grundgesetzänderung, in der jedem Bürger das Recht auf „(kosten)freie Fahrt mit dem eigenen Automobil mit Antrieb auf Verbrennungskraftmaschinenbasis“ eingeräumt wird. Bis dahin aber, lieber ADAC, werden jedes Jahr zu Ostern die Benzinpreise steigen. Und es ist völlig egal, wie hoch sie sind. Solange der Deutsche Michel bereit ist, zu diesen Preisen sein Auto zu bewegen, ist wirklich alles in Ordung und „der Markt“ funktioniert. Es gibt nunmal weder ein Grundrecht auf ein Auto, noch eines auf billiges Benzin.

Quelle: Sächsische Zeitung, 09.04.09

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Gestern Abend in den Tagesthemen gab es einen Bericht über den Europa-Parteitag der Grünen. Diese wollen, ganz im Sinne des letzten „Bildungsgipfels“ das Geld, was plötzlich vohanden zu sein scheint, nicht per Gießkanne unter den Bürgern verteilen, sondern als Investition in „umweltfreundliche Mobilität“, „Bildungsnetze“ und „Netze für den Datenverkehr“. Was beim Bildungsgipfel im Oktober noch viel zu zaghaft angegangen wurde, wird plötzlich, so kommt es mir zumindest vor, wenn ich den Betrag anschaue, als weltfremd dargestellt.

Mal ein paar Zitate:

Längst sind bundesweit die Flächen knapp für die umstrittenen Giganten. Der Bau und Betrieb auf See kostet Milliarden und vertreibt Touristen.

Trotzdem soll das grüne Konjunkturpaket die regenerativen Energien mit weiteren Milliarden päppeln.

Außerdem wird mal wieder die arme Automobilindustrie in Schutz genommen,

[…] obwohl sie das Herzstück der deutschen Wirtschaft ist, wollen die Grünen keine Überlebenshilfe leisten, etwa mit einer KfZ-Steuer die nicht allein auf Schadstoffwerten beruht.

Der gleiche Redakteur hätte sich wohlmöglich früher über die Borniertheit der USA in Sachen Klimapolitik aufgeregt. Nun stößt er ins gleiche Horn, anstatt die Chancen zu suchen, die diese Krise bietet. Chancen, die in der Veränderung liegen. Eben deshalb sind es meiner Meinung nach gute Ideen, nachhaltiges Wirtschaften, Bildung und regenerative Energien noch stärker durch Innovationsföderung zu stärken. Stichwort „Solartankstelle“ und Elektroauto:

Um solch ohnehin hoch subventionierte Technik massentauglich zu machen, sieht der grüne Entwurf Milliarden vor. Aber Autos, wie sie derzeit gebaut werden, die sind für Grüne nur noch Auslaufmodelle.

Recht haben die Grünen. Was passiert denn, wenn nun durch die Abwrackprämie die Autos „alter“ Technologie gefördert werden? Es wird nochmal ein Jahr lang über die Überkapazitäten hinweggetäuscht, und japanische Hersteller sind auf dem Weg zum umweltfreundlichen, und zunehmend stärker nachgefragten Automobil noch weiter vorangeschritten. Schade, dass das nun nicht einmal mehr die Journalisten erkennen.

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Die aktuellen Pläne zur Änderung der KfZ-Steuer sind einfach unglaublich und auch unglaubwürdig. Ich zitiere dazu mal die Sächsische Zeitung von heute:

Das Modell sieht weiterhin eine Besteuerung nach Hubraumgröße vor. Für Benzin-Fahrzeuge sind je angefangenen 100 Kubikzentimetern Hubraum zwei Euro Steuern vorgesehen, für Diesel-Autos zehn Euro. Die Union setzte durch, diese Hubraum-Besteuerung für Benziner bei 50 Euro und für Dieselautos bei 300 Euro zu begrenzen. Damit dürfte für Benziner mit 2,5 Litern Hubraum und mehr sowie für Dieselautos mit 3 Litern und mehr der Anreiz entfallen…

Die Sächsische unterstellt den südlichen Bundesländern mit ihren Autofabriken der gehobenen Klasse Lobbyarbeit. Das ist sicherlich so. Und aus einer anderen, zugegeben einfachen, Sicht wirkt das Ganze, ich würde sagen, mittelalterlich. Ich würde sagen, dass die Steuereinnahmen durch die Autos, die hier bevorzugt werden sollen, ohnehin gering sind, weil es relativ wenige von ihnen auf deutschen Straßen  gibt. Wer aber fährt zum großen Teil diese Kategorie von Fortbewegungsmittel?

Das allerdings die Pläne unser aller Klimakanzlerin plötzlich von dieser selbst nicht mehr gekannt werden, ist schon sehr bedenklich. Vor allem deshalb, weil es keine Handhabe gegen solche Art Gedächtnisverlust zu geben scheint. Vor nicht allzu langer Zeit hat unsere Kanzlerin Deutschland als Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu profilieren versucht. Diese Pläne machen uns nicht nur international, sondern unsere Regierung hoffentlich auch beim Wahlvolk unglaubwürdig.

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… wenn er der angeschlagenen einheimischen Autoindustrie nicht hilft. Sowohl die US-amerikanischen, aber auch die deutschen Automobilhersteller haben eine Entwicklung hin zu einem umweltfreundlicherem Gefährt verschlafen. Eine finanzielle Hilfe für GM oder Crysler könnte man wahrscheinlich sofort unter Verlusten buchen.

Nur hier in Europa ist die Politik nicht konsequent und duckmäusert vor der Autolobby.

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Nun wollen Bayern und einige andere Länder die Mauterhöhung im Bundesrat verschieben, wahrscheinlich am liebsten ganz aufheben. Die Begründung, die bei ntv.de angeführt wird, ist Schwachheit kaum zu überbieten:

Eine Verschiebung sei unabdingbar, um den Speditionen mehr Zeit zu geben, mit ihren Auftraggebern höhere Preise auszuhandeln.

Seit wann ist bekannt, dass die Mauterhöhung kommen soll? Ich würde sagen, es war ausreichend Zeit für Preisverhandlungen. Eine ähnliche Konstellation gab es schon beim Thema CO2-Ausstoß der Autoflotten. Hier hatten die deutschen Autohersteller geschlafen und am Ende ist sogar ein Kompromiß auf europäischer Ebene herausgekommen. Wahrscheinlich war es nicht der letzte.

Eine Aussage der bayerischen Wirtschaftsministerin zu diesem Thema bringt mich so richtig auf die Palme:

„Selbstverständlich hat der Umweltschutz auch für uns hohe Priorität. Wir haben aber erhebliche Zweifel, dass die Pläne Tiefensees zur Mauterhöhung hier weiter helfen.“

Mit Apellen an die Vernunft ist in einer Marktwirtschaft kein Blumentopf zu gewinnen. Das ist mir schon klar. Aber dann muss ich eben die Vernunft benutzen, um den Markt so zu steuern, dass die gewünschten Ergebnisse erzielt werden. Wenn man also der Meinung ist (ich bin es), dass der LKW-Verkehr, wie wir ihn derzeit erleben, eine Sackgasse in der menschlichen Evolution darstellt, dann muss man ihn, im Vergleich mit anderen Transportmöglichkeiten, verteuern. Schade, dass Politiker so verdammt kurzsichtig sind.

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Heute wieder einmal meine Ansicht zu einem Artikel der Rubrik „Perspektiven“, die es leider nicht online gibt. Unter dem Titel „Wie sieht die Zukunft des Autos aus?“ beschreibt Professor Ferdinand Dudenhöffer die Entwicklung des Automobils und der automobilen Gesellschaft von der Vergangenheit bis in die Zukunft. Als Direktor des Centre of Automotive Research einserseits und von der Presse ernannter Automobilexperte andererseits ist er quasi sein eigener Lobbyist.

Das Auto war in der Vergangenheit nicht tot zu kriegen, wird es wohl auch nie mehr. Als Gründe führt Herr Dudenhöffer die ständige Weiterentwicklung an. Dem kann man nur zustimmen, Autos werden zunehmend sicherer und umweltfreundlicher. Die Zukunft hat in Japan schon begonnen, mit dem Hybridantrieb. Auch in Deutschland soll es 2009 so weit sein. Für 2011 soll der serielle Hybrid folgen, quasi der dieselelektrische Antrieb für die Familienkutsche, bei der nur noch ein Elektromotor für den Vortrieb sorgt.

Mit dem seriellen Hybrid werden wir unsere Fahrzeuge auf einen Treibstoffverbrauch von einem Liter pro 100 Kilometer reduzieren. Den Rest Energie tanken wir an der Steckdose.

Richtig, Strom kommt aus der Steckdose! Aber wahrscheinlich ist die Kette Kohlekraftwerk – Leitung – Batterie – Elektromotor immernoch mit einem höheren Wirkungsgrad gesegnet als der herkömmliche Verbrennungsmotor. Und es besteht ja die möglichkeit, Ökostrom zu kaufen.

Die Deutsche Automobilindustrie scheint nach mehreren Winken mit ganzen Zaunsfeldern doch verstanden zu haben, wohin der Hase läuft.

An einer anderen Stelle kann ich die Position des Professors aber nicht teilen. Die SZ schreibt in der Überschrift zum Artikel, ob er das so gesagt hat, weiß ich nicht:

Der Experte ist sich sicher, […] Ohne massenhafte Mobilität sei auch zukünftig kein Wirtschaftswachstum möglich.

Das kann doch nicht alles sein. Ich würde ja sogar behaupten, dadurch, dass die Wirtschaft gewachsen ist, sprich rationalisiert wurde, werden immer mehr Menschen zur Mobilität gezwungen. Das Automobil als notwendige Voraussetzung für Wirtschaftswachstum, ich glaube eher nicht. Professor Dudenhöffer aber behauptet:

Wo das Auto fehlt, wie etwa in Afrika, liegt Stillstand und Armut vor.

Hier wurde meiner Meinung nach Ursache und Wirkung vertauscht. Wenn die Armut in ferner Zukunft überwunden ist, kann sich vielleicht auch der Durchschnittsafrikaner ein Elektroauto mit Solarantrieb leisten. Bis dahin müssen ganz andere Probleme gelöst werden. Ein Beitrag zur Entwicklungshilfe sind Autos ganz sicher nicht.

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Ich kann es wirklich nicht mehr lesen. Michael Lohse beklagt sich erneut über die hohen Abgaben für deutsche LKW (1). Das Argument, ein LKW könne mit einer Tankfüllung die ganze Woche in Deutschland umherfahren muss ich gelten lassen, ich kann das Gegenteil jetzt nicht beweisen. Damit bedarf ein Punkt meiner früheren „Ansicht“ der Revision. Dazu liefert der jetzige Artikel und eine Liste der Dieselpreise in Europa die notwendigen Zahlen.

Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass die Preise in Tschechien und in Polen im Bereich der deuschen Tankstellen liegen. Von hier können die „Billigheimer“ also nicht kommen. Nehmen wir also Lettland als Quelle der billigen LKW. Hier kostet der Diesel 1,25€ statt 1,50€ in Deutschland, also 25 Cent Differenz pro Liter. Der Beispiel-LKW im Artikel braucht 34 Liter auf 100 km. Wenn man diese Zahlen kombiniert, kommt man auf Mehrkosten von 8,5 Cent pro Kilometer bei Verbrennung von deutschem statt lettischem Diesel. Ok, diese Zahl muss ich schlucken.

Ein ausländischer Laster könne so für 85 Cent Ware je Kilometer fahren, ein deutscher sei erst ab 1,20 Euro kostendeckend.

Die restlichen 26,5 Cent der Differenz sind nicht auf deutsche Abgaben, außer für Personalkosten, zu erklären. Bei einer Beispiel-LKW-Laufleistung von 130000 km im Jahr sind das immerhin noch 34450 Euro. Aber verdient ein deutscher Fahrer wirklich soviel mehr? Hier wäre ich für Aufklärung dankbar, ich weiß es wirklich nicht. Leider scheint die Sächsische Zeitung nicht in der Lage, diese Zahlen zu recherchieren. Mir ist es aber ohnehin schleierhaft, wie ein Transport von vielen kleinen Ladungen mit jeweils einem Fahrer billiger sein kann als der Transport per Eisenbahn. Es liegt wohl an den Kosten für den Unterhalt der Strecke. Es wäre also nur konsequent, im Sinne eines Transportsystems mit langen Wegen auf der Schiene und kurzen auf der Straße, die Maut weiter zu erhöhen.

Die Betriebe sind nicht weiter belastbar“, warnte Lohse mit Blick auf die höhere Maut ab 2009.

Hier kann auch ich nur die Waffe der steten Wiederholung anwenden. Jeder LKW auf deutschen Autobahnen, ob nun ein lettischer, deutscher oder chinesischer, bezahlt die gleiche Maut. Hier herrscht also absolute Gleichberechtigung. Was wollen Sie mehr, Herr Lohse?

(1) Quelle: Sächsische Zeitung vom 25.07.08

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