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Posts Tagged ‘Wirtschaft’

Diese Menge Geldes hat die EZB Banken zur Verfügung gestellt, zu einem Zinssatz von 1%. Da wäre ich auch gerne Banker, denn so sind die nächsten Boni sicher. Aus meiner Sicht ermuntert dieses Vorgehen die Banken nur noch, windige Geschäfte einzugehen. Da da Geld ja irgendwo hin muss, um sich zu vermehren (ich weiß, das kann Geld nicht), werden wohl DAX und Indizes in naher Zukunft aufgeblasen. Nur weil plötzlich veil Geld da ist und alle Aktien kaufen wollen, hat sich ja der Wert der dahinterstehenden Unternehmen nicht um einen müden Cent geändert. Sollte die Blase dann wieder platzen gibt es bestimmt 1000 gute Gründe, ein Bankenrettungspaket zu schnüren…

Ich denke, es ist einfach so, dass die Wirtschaft mal wieder an einem Punkt angekommen ist, wo aufgrund exponentiellen Wachstums durch Zinseszinseffekt das Ende eines Zyklus erreicht wird. Der „Reset“ hat denn den schönen Namen „Währungsreform“ o.ä. Die Frage ist, ob man sich ein Wirtschaftssystem ohne den verhängnisvollen Zinseszins vorstellen kann. Aber Nachdenken über diese Frage würde hierher gehören.

Ich bin mir nicht sicher, ob die „Währungshüter“ noch Herren der Dinge sind. Eine solche Begründung

Die Währungshüter wollen vor allem eines: Das Misstrauen der Banken untereinander mit einer sicheren Geldspritze aus der Welt schaffen. [sz-online]

ist jedenfalls aus meiner Sicht höchstens an den Haaren herbeigezogen. Ich möchte also forcieren, dass sich die Banken untereinander Geld leihen, indem ich denselben Banken billiges Geld zur Verfügung stelle. Was ändert sich dann an der Situation, außer dass die Banken kein Geld mehr brauchen?

Wie schon häufig geschrieben, ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler. Über einen erhellenden Kommentar würde ich mich also sehr freuen.

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Am 27.02.2012 berichtet die SZ, dass in die Centrum-Galerie 20 Millionen Euro investiert werden sollen, damit das Geschäft besser läuft. Da fragt man sich doch, ob die Manager wirklich wissen, was sie da tun. In den letzten Jahren ist Verkaufsfläche in Dresden nicht knapper geworden (Stichwort Elbepark und Altmarktgalerie).

Wer soll nur immer kaufen?

Das fragt sich zumindest meine Mutter häufiger. Sie ist bestimmt keine Wirtschaftswissenschaftlerin, und ich bin auch keiner, aber ist es wirklich eine unzulässige Milchmädchenrechnung, wenn man fragt, wer denn womit für Umsatz sorgen soll? Und im Angesichte schwindender Ressourcen kann man sich auch fragen, ob man nur immer kaufen sollte? Aber das ist eine Frage für meinen anderen Blog.

Ich würde zumindest mein Geld nicht in Verkaufsfläche in Dresden investieren.

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Sachsen will Ladenschluss freigeben“ lautet eine Schlagzeile heute bei sz-online. Die Ladenbesitzer sollen selbst entscheiden dürfen, wann sie ihr Geschäft von Montag bis Samstag öffnen. Damit kann ich noch mitgehen, auch wenn es mir schwerfällt. Die Nacht ist zum Schlafen und nicht zum Konsumieren da. Schon jetzt sind Arbeiter und Angestellte oft in den Nachtstunden beruflich tätig. Nun soll auch noch der Rest der Bevölkerung animiert werden, sich die Nacht um die Ohren zu schlagen.

Was mir aber wirklich die Zornesröte ins Gesicht treibt, ist die Tatsache, dass nicht einmal Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes von Politikern ohne zu Murren akzeptiert werden. Juristisch vielleicht nicht zu bemängeln, ist es ein falsches Signal an die Bürger. Die, zumindest aus meinem Blickwinkel, höchte Verfassungsinstanz wird ohne Nachzudenken in Frage gestellt:

Christdemokrat Flath will die bisherige Höchstzahl von vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr beibehalten. Und die dürfen seiner Meinung nach auch an allen vier Sonntagen im Advent liegen. Auch Morlok [Anm. des Autors: Wirtschaftsminister Sachsens, FDP] bekräftigte gestern, dass Sachsen im kommenden Jahr die Möglichkeit „absichern“ wolle, weiter an vier Adventssonntagen öffnen zu können. Zudem hält der Minister eine Erhöhung der verkaufsoffenen Sonntage in jeder Kommune für wünschenswert.

„Absichern“ heißt in diesem Falle wohl mit irgendwelchen fadenscheinigen Anträgen zu versuchen, diese Entscheidung der Verfassungsrichter unwirksam werden zu lassen.

Ich könnte es nicht besser formulieren:

Bloße wirtschaftliche Interessen der Geschäftsinhaber und das „Shoppinginteresse“ der Kunden genügten grundsätzlich nicht, um die Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen ausnahmsweise zu erlauben.

Die Verfassungsväter haben nicht ohne Grund die Sonntagsruhe als Grundsatz verankert. Gerade im Advent sollten die Menschen Gelegenheit haben, einmal zur Ruhe zu kommen. Dazu gehört meiner Meinung nach gerade nicht der „entspannte Einkaufsbummel“. Und notfalls muss man sie dazu „zwingen“, indem an Sonntagen die Geschäfte geschlossen bleiben.

Stattdesswen wird aus wirtschaftlichen Interessen, die ich nicht erkennen kann, die Verfassung torpediert.

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Um es vorwegzuschicken, ich finde ein solches Anbauverbot gut. Trotzdem glaube ich jemand zu sein, der sich die Argumente für und wider eine Sache zu Gemüte führt. Solche gab es in der heutigen Sächsischen Zeitung. In den Ring steigen der sächsische Agrarminister Frank Kupfer und Stephanie Töwe von Greenpeace. Wer in welcher Ecke steht, sollte klar sein.

Der Herr Minister hält die bestehenden Regeln für den Anbau von genveränderten Pflanzen für ausreichend:

So gilt ein Mindestabstand zu konventionellem Landbau, der dafür sorgt, dass sich Genmais und normale Sorten nicht unkontrolliert kreuzen.

Diese Aussage wirft 2 Fragen auf. Zum einen: Weiß die bestäubende Biene um die Paragraphen? Und die andere: Wenn genveränderte Pflanzen unproblematisch sind, dann sollte auch eine „unkontrollierte Kreuzung“ kein Problem sein, oder? Wenn immer mehr manipuliertes Saatgut verwendet würde, würde sich eine solche Kreuzung ohnehin kaum verhindern lassen.

Ein Argument, dass sich so erst einmal nicht leichtfertig von der Hand weisen lässt, ist die Resistenz der Pflanze gegen Krankheiten und Schädlinge. Dadurch gibt es Ersparnisse an Pflanzenschutzmitteln, was natürlich auch der Umwelt zugute kommt. Vielleicht sollte man aber über eine umweltfreundliche Veränderung dieser chemischen Keulen nachdenken, anstatt den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben.

Der Schluss der Argumentation ist dann eines Ministers nicht würdig. Zuerst führt er ins Feld, dass doch Gentechnik schon vielfach verwendet wird und deshalb kaum schlecht sein kann. Aber der Gipfel:

Für Gentechnik gilt dasselbe wie vor 200 Jahren für Eisenbahn oder später für Autos. […] Am Anfang schürten ihre Gegner Angst und Hysterie.

Zuerst einmal steht ja gar nicht fest, ob die Menschheit mit Eisenbahn und Autos glücklicher ist, als ohne. Wer will schon einen Vergleich ziehen? Wieviel Wohlstand sind die Verkehrstoten jedes Jahr wert? Aber meiner Meinung nach steht fest, dass diese technischen Erfindungen die Natur kaum beeinflussen (mal vom CO2-Ausstoß und Umweltzerstörung durch Straßen abgesehen), Gentechnik aber in Mechanismen eingreift, die die Menschheit meiner Meinung nach noch nicht verstanden hat, die aufgrund Ihrer Komplexität wohlmöglich sich dem Verständnis sogar entziehen. Es werden also Äpfel mit Birnen verglichen, nur um Gentechnikgegner als dümmlich hinzustellen.

Und genau diese Manipulation des Ungewissen ist die Basis für die Argumentation von Frau Töwe. Die Auswirkungen beschreibt Sie sehr drastisch. In Nordamerika und Argentinien sei der Anbau schon großflächig und führe zu

höherer Pestizidverbrauch, Entstehung von Superunkräutern, Schädigung von Nützlingen, Verdrängung traditioneller Pflanzenarten

Leider alles sehr plakativ, was aber am begrenzten Umfang des Artikels liegen mag. Trotzdem schafft es kein Vertrauen zu den Argumenten. Zum Ende hin auch bei Ihr eine Offenbarung (Hervorhebung durch den Autor):

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich der Genmais negativ auf andere Tiere wie Mäuse, Marienkäfer, Schmetterlinge, Honigbienen aber auch auf Regenwürmer auswirken kann.

Wissenschaftliche Untersuchungen, die nichts aussagen, werden hier ins Feld geführt. Man kann nur hoffen, dass es bald belastbare gibt, damit diese Diskussion nicht mehr religiös, sondern rational geführt werden kann. Bis dahin sollte man aber den „Genmais“ im Giftschrank lassen.

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Alljährlich zu Ostern zeigt der ADAC mit dem Finger auf die bösen Mineralölkonzerne. Die Benzinpreise steigen, immer zu Ostern. Das belegt sogar eine ADAC-Statistik:

Nach dieser müssen Autofahrer gerade vor Reisewochenenden mehr bezahlen. (1)

Da sage ich, das klingt einigermaßen logisch, wenn ich mir den Unterricht über unser Wirtschaftssystem in Erinnerung rufe.

Schuld an der Preiserhöhung ist laut ADAC-Pressesprecher Andreas Hölzel nicht nur der gestiegene Ölpreis, sondern auch das Profitdenken der Mineralölkonzerne. „Die halbe Nation ist während der Feiertage auf den Beinen. Da wollen die Ölmultis natürlich mitverdienen.“ Gemessen am Rohölpreis seien die Spritpreise in der Bundesrepublik deutlich überhöht. (1)

Die bösen Ölkonzerne. Ich warte wirklich auf die Grundgesetzänderung, in der jedem Bürger das Recht auf „(kosten)freie Fahrt mit dem eigenen Automobil mit Antrieb auf Verbrennungskraftmaschinenbasis“ eingeräumt wird. Bis dahin aber, lieber ADAC, werden jedes Jahr zu Ostern die Benzinpreise steigen. Und es ist völlig egal, wie hoch sie sind. Solange der Deutsche Michel bereit ist, zu diesen Preisen sein Auto zu bewegen, ist wirklich alles in Ordung und „der Markt“ funktioniert. Es gibt nunmal weder ein Grundrecht auf ein Auto, noch eines auf billiges Benzin.

Quelle: Sächsische Zeitung, 09.04.09

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Während des Wahlkampfes in den USA war ich ein Fan von Obama. Aber schon damals sagten viele, und ich stimme dem zu, er muss sich mit seinen Entscheidungen erst beweisen. Nun druckt die Sächsische Zeitung ein „Positionspapier“ des US-Präsidenten in der Reihe „Perspektiven“ ab. Darin geht es um seine Ansichten zur derzeitgen Wirtschaftskrise.

Ein Ansatz erscheint mir richtig. Er möchte die

…regulatorische Struktur […] reformieren…(1)

und damit sowie in internationaler Zusammenarbeit

…zukünftige Krisen verhindern. (1)

Die konkret vorgeschlagenen Maßnahmen sind allerdings, aus meiner Sicht, nur „Phrasendrescherei“. Entschuldigung, Mr. President, aber ich zitiere:

Zunächst müssen wir zu schnellen Maßnahmen greifen, um das Wachstum zu stimulieren. (1)

Was ich könnte, wenn ich das lese, will ich lieber nicht schreiben. Meine Meinung zum Thema Wachstum habe ich bereits kundgetan.

Ein paar Zeilen weiter (Hervorhebung durch den Autor):

…fiskalische Anreize…sollten robust und nachhaltig sein, bis die Nachfrage wiederhergestellt ist. (1)

Toll, da kommt sogar das Wort „nachhaltig“ vor, muss doch gut sein, was Barack Obama da fordert. Wikipedia zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit:

Allgemein gilt eine Wirtschaftsweise dann als nachhaltig, wenn sie dauerhaft betrieben werden kann.

Soll sie aber gar nicht, nur, bis der Wirtschaft mit Steuermitteln wieder auf die Beine geholfen wurde. Danach gerne weiter wie bisher, den Papiertiger von Schuldenbremese z.B. kann ja niemand ernst nehmen.

Und weiter im Artikel wird aus Obama dann wirklich wieder „nur“ ein Präsident der Vereinigten Staaten. In Bezug auf notwendige Hilfen für Schwellenländer ist die Begründung der Notwendigkeit ein Schlag ins Gesicht eben dieser Nationen:

…unsere eigene Entwicklung verögert sich, weil die Märkte für unsere Produkte noch weiter schrumpfen werden und noch mehr Arbeitsplätze in Amerika verloren gehen. Die G20 sollten schnell Mittel bereitstellen…(1)

Ich war ja wiklich versucht zu hoffen, dass ein neuer Wind in Washington wehen könnte. Aber leider nein. Stattdessen gleich nach Beginn der Amtszeit der Offenbarungseid:

Jetzt ist es Zeit, zusammenzuarbeiten, um das nachhaltige Wachstum wiederherzustellen. (1)

Was soll man dazu sagen, außer gebetsmühlenartig zu wiederholen, daß Wachstum eben nicht nachhaltig ist.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 28.03.2009, Seite 5

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Das zumindest wünscht sich, nach einem Artikel der Sächsichen Zeitung, der derzeitige Insolvenzverwalter Michael Jaffé. Ich persönlich, noch nicht einmal als Dresdner im Speziellen, gönne jedem Mitarbeiter von Qimonda seinen Arbeitsplatz. Aber man muss doch die Frage stellen, ob es staatliche Hilfen für ein defizitäres Geschäft geben sollte. Wenn Qimonda eine lohnende Investition wäre, dann sollte doch ein privater Investor bereitstehen. Das sollte auch Herrn Jaffé klar sein.

Der sächsische Wirtschaftsminister sieht das genauso:

Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Thomas Jurk (SPD) kann sich eine Beteiligung des Staates vorstellen, wenn es einen Investor gibt. Der Freistaat werde aber nicht als alleiniger Investor einspringen, sagte Jurk laut einer Ministeriumssprecherin. Voraussetzung für eine staatliche Beteiligung seien ein Investors und ein tragfähiges Zukunftskonzept.

Man kann nur hoffen, dass man ein solches findet. Und ich hoffe, dass, falls sich doch kein Investor findet, nicht die Politik dafür an den Pranger gestellt wird, was die Manager von Qimonda und Infineon verzapft haben.

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