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Posts Tagged ‘Wirtschaft’

Sueddeutsche.de berichtet, dass den USA Protektionismus vorgeworfen wird.

Das US-Repräsentantenhaus hatte vergangene Woche ein Gesetz verabschiedet, in dem festgeschrieben ist, dass bei den geplanten Infrastrukturprojekten nur Stahl und Eisen aus heimischer Produktion eingesetzt werden soll. Der Entwurf des US-Senats, der in dieser Woche zur Abstimmung gestellt wird, geht noch weiter. Er sieht vor, dass alle Materialien und Ausrüstungsgegenstände, die bei staatlich finanzierten Konjunkturprogrammen zum Einsatz kommen, aus US-Produktion stammen müssen.

Das könnte dann wieder der internationalen Wirtschaft schaden. Karren wir also den Stahl aus dem Ruhrpott über den Atlantik, und den aus den USA nach China, um fernöstlichen dann wieder selbst zu verwenden. Zumindest mir kommt es vor, als wäre der internationale Handel an manchen Stellen vielleicht doch nicht so effektiv, wie es eigentlich sein sollte.

„Ich hoffe aus ganzem, ganzem Herzen, dass der amerikanische Senat sehr, sehr sorgfältig über diese Bestimmungen nachdenkt, und dass die Vereinigten Staaten ihre internationalen Verpflichtungen einhalten“, sagte Lamy (Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO))

Da frage ich mich dann: Gibt es tatsächlich internationale Verträge, die regeln, dass staatliche Projekte international ausgeschrieben werden? Und wenn dann die amerikanischen Stahlkocher pleite gehen, deren Arbeiter auf der Straße sitzen und Volkswagen keinen Absatz mehr in den USA erzielen kann, was dann? Man kann es drehen und wenden wie man will, es scheint Überkapazitäten in der Produktion auf vielen Gebieten zu geben. Ich kann nun versuchen, die Produkte noch sinnreich über den internationalen Handel umzuverteilen, aber ich ändere nichts an der Tatsache, dass zu viele da sind.

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Heute kam mir ein Artikel bei heise.de unter. Es geht um Fehler in der Software eines neuen Blackberry.

Nach Ansicht von Jim Balsillie, Ko-Chef des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM), müssen sich die Kunden bei modernen Smartphones an unreife Software gewöhnen. Sie sei bei der Produktion von komplexen Mobiltelefonen Teil der „neuen Realität“

Also da frage ich mich doch. Unfertige Software für ein Heidengeld, und das bitteschön soll die Normalität sein. Es ist schon erstaunlich, welche Macht der Konsument nicht mehr zu haben scheint. Ist es der Einfluss der Werbung, der uns glauben macht, nur das neueste sei das beste? Ist es primär eine Frage der Refinanzierung einer Entwicklung? Letztere kann nicht mehr ausreifen, weil schon innerhalb des Entwicklungszyklus Umsätze getätigt werden müssen? Und zuguterletzt kann man sich auch noch die Frage stellen, wie komplex und kompliziert ein „Helfer im Alltag“, so will ich Handys jeder Art mal bezeichnen, wirklich sein muss.

Auf jeden Fall ist das obige Statement nicht nur ein Armutszeugnis für RIM, sondern für die Hightech- oder Softwarebranche insgesamt.

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Gestern Abend in den Tagesthemen gab es einen Bericht über den Europa-Parteitag der Grünen. Diese wollen, ganz im Sinne des letzten „Bildungsgipfels“ das Geld, was plötzlich vohanden zu sein scheint, nicht per Gießkanne unter den Bürgern verteilen, sondern als Investition in „umweltfreundliche Mobilität“, „Bildungsnetze“ und „Netze für den Datenverkehr“. Was beim Bildungsgipfel im Oktober noch viel zu zaghaft angegangen wurde, wird plötzlich, so kommt es mir zumindest vor, wenn ich den Betrag anschaue, als weltfremd dargestellt.

Mal ein paar Zitate:

Längst sind bundesweit die Flächen knapp für die umstrittenen Giganten. Der Bau und Betrieb auf See kostet Milliarden und vertreibt Touristen.

Trotzdem soll das grüne Konjunkturpaket die regenerativen Energien mit weiteren Milliarden päppeln.

Außerdem wird mal wieder die arme Automobilindustrie in Schutz genommen,

[…] obwohl sie das Herzstück der deutschen Wirtschaft ist, wollen die Grünen keine Überlebenshilfe leisten, etwa mit einer KfZ-Steuer die nicht allein auf Schadstoffwerten beruht.

Der gleiche Redakteur hätte sich wohlmöglich früher über die Borniertheit der USA in Sachen Klimapolitik aufgeregt. Nun stößt er ins gleiche Horn, anstatt die Chancen zu suchen, die diese Krise bietet. Chancen, die in der Veränderung liegen. Eben deshalb sind es meiner Meinung nach gute Ideen, nachhaltiges Wirtschaften, Bildung und regenerative Energien noch stärker durch Innovationsföderung zu stärken. Stichwort „Solartankstelle“ und Elektroauto:

Um solch ohnehin hoch subventionierte Technik massentauglich zu machen, sieht der grüne Entwurf Milliarden vor. Aber Autos, wie sie derzeit gebaut werden, die sind für Grüne nur noch Auslaufmodelle.

Recht haben die Grünen. Was passiert denn, wenn nun durch die Abwrackprämie die Autos „alter“ Technologie gefördert werden? Es wird nochmal ein Jahr lang über die Überkapazitäten hinweggetäuscht, und japanische Hersteller sind auf dem Weg zum umweltfreundlichen, und zunehmend stärker nachgefragten Automobil noch weiter vorangeschritten. Schade, dass das nun nicht einmal mehr die Journalisten erkennen.

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Die aktuellen Pläne zur Änderung der KfZ-Steuer sind einfach unglaublich und auch unglaubwürdig. Ich zitiere dazu mal die Sächsische Zeitung von heute:

Das Modell sieht weiterhin eine Besteuerung nach Hubraumgröße vor. Für Benzin-Fahrzeuge sind je angefangenen 100 Kubikzentimetern Hubraum zwei Euro Steuern vorgesehen, für Diesel-Autos zehn Euro. Die Union setzte durch, diese Hubraum-Besteuerung für Benziner bei 50 Euro und für Dieselautos bei 300 Euro zu begrenzen. Damit dürfte für Benziner mit 2,5 Litern Hubraum und mehr sowie für Dieselautos mit 3 Litern und mehr der Anreiz entfallen…

Die Sächsische unterstellt den südlichen Bundesländern mit ihren Autofabriken der gehobenen Klasse Lobbyarbeit. Das ist sicherlich so. Und aus einer anderen, zugegeben einfachen, Sicht wirkt das Ganze, ich würde sagen, mittelalterlich. Ich würde sagen, dass die Steuereinnahmen durch die Autos, die hier bevorzugt werden sollen, ohnehin gering sind, weil es relativ wenige von ihnen auf deutschen Straßen  gibt. Wer aber fährt zum großen Teil diese Kategorie von Fortbewegungsmittel?

Das allerdings die Pläne unser aller Klimakanzlerin plötzlich von dieser selbst nicht mehr gekannt werden, ist schon sehr bedenklich. Vor allem deshalb, weil es keine Handhabe gegen solche Art Gedächtnisverlust zu geben scheint. Vor nicht allzu langer Zeit hat unsere Kanzlerin Deutschland als Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu profilieren versucht. Diese Pläne machen uns nicht nur international, sondern unsere Regierung hoffentlich auch beim Wahlvolk unglaubwürdig.

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Schäden durch Naturkatastrophen werden zum Teil durch Versicherungen ersetzt. Und die letzten in der Kette, die Rückversicherer, melden sich nun zu Wort.

Versicherung fordert besseren Klimaschutz

ist eine Meldung in der Sächsischen Zeitung überschrieben. Worum genau geht es ?

Dieses Jahr geht in die Geschichte als eines der schlimmsten Naturkatastrophenjahre ein – mit 220000 Toten und Schäden von 200 Milliarden Dollar.

Das sind aber Zahlen, die die Versicherer kaum kratzen, es ei denn, ihr eigener Büro-Wolkenkratzer wurde von einem Hurrikan umgeweht. Es geht um weniger.

Auch die versicherten Schäden legten deutlich um 50 Prozent [im Vergleich zu 2007] auf 45 Milliarden Dollar zu.

Während die materiellen Schäden sich nahezu verdoppelten, steigen die versicherten Schäden nur um die Hälfte. Was mir dieser Fakt sagen will, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall wurde ein Vorstand der Münchner Rück aufgeschreckt.

Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek forderte mehr Klimaschutz: Bis 2050 müsse der Ausstoß von Treibhausgas halbiert werden.

Es wäre sicher eine gute Sache, wenn die Versicherer günstigere Tarife für nachhaltiges Wirtschaften anböten. Aber das ist in Sachen Risikobewertung leider nicht zu halten, denn dem Klima ist es egal, wo auf diesem Planeten die Treibhausgase freigesetzt werden. Ich nehme also an, dass Herr Jeworrek seinem frommen Neujahrswunsch keine konkreten Pläne wird folgen lassen können.

Quelle: Sächsische Zeitung, 30.12.2008

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Schade um die schöne Weihnachtszeit. Ich empfand sie dieses Jahr als quasi nicht vorhanden. Die Besinnlichkeit bleibt nahzeu auf der Strecke, aber das empfinden sicher viele so. Und wenn wir schon so weit sind, dann lässt sich doch auch laut über die Verlängerung des Dresdner Striezelmarktes über den Heiligen Abend hinaus nachdenken.

„Das würde unserer Stadt gut zu Gesicht stehen“, sagte der Vizechef des Hotels Pullman Dresden Newa, Ulrich Prasser.

Das empfinde ich nicht. Ein Weihnachtsmarkt gehört in die Adventszeit, das Weihnachtsfest ist der Höhepunkt des zu Ende gehenden Jahres. Punkt.

Rund 2,6 Millionen Dresdner und Touristen haben den diesjährigen Striezelmarkt besucht – etwa 100000 mehr als vor einem Jahr. Dennoch steckt Dresden in einer Tourismuskrise.

Daran wird auch ein verlängerter Striezelmarkt nichts verändern. Hauptattraktionen bleiben die Semperoper, die Dresdner Sammlungen und die barocke Architektur. Wenn es der Stadt nicht gelingt, diese zu vermarkten, wird auch ein saisonal begrenztes Ereignis die Hotels nicht sanieren. Zumal es ja sogar eine Selbstbeschränkung zu geben scheint:

Mario Müller-Milano vom Dresdner Händler- und Schaustellerverband [:] […]  Den 31. Dezember benötigten die Händler aber zum Abbauen.

Begreift also doch einer, dass man zu Ostern Glühwein schlecht verlaufen kann. Andererseits, wenn der Markt am 31. Dezember stehen bliebe, könnten sich wildgewordene Jugendliche in der Silvesternacht austoben und unversteuerte illegale Feuerwerkskörper verwenden, um die Hütten kontrolliert abzubrennen. Das freute die Feuerwehr, denn das Gefahrenpotential würde lokal begrenzt. Auch die Zimmererzunft von Dresden hätte einige Aufträge mehr, denn neue Verkaufsstände müssten hergestellt werden. Oh Du fröhliche…Wirtschaftskrise.

Quelle: Sächsische Zeitung, 27.12.2008

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Dafür wirbt Professor Franz Josef Radermacher in einem Interview in der Sächsischen Zeitung. Da kann ich ihm ja nur zustimmen. Er rechnet vor, dass die Staats(neu)verschuldungen der Welt nicht sein müssten, wenn es keine „Steueroasen“ gäbe.

Die Staaten der Welt verlieren nach Schätzungen durch die grenzüberschreitende Steueroptimierung jährlich etwa 500 Milliarden Dollar Steuereinnahmen, durch die Steuerparadiese noch einmal 500 Milliarden. Das sind also 1000 Milliarden Dollar, und das ist fast das Dreifache der jährlichen Neuverschuldung aller Staaten zusammen.

Wenn dem so ist, sollte es doch kein Problem sein, entsprechende Schlupflöcher zu schließen. Die typischen Steuerparadiese sollten keine so große Lobby auf dem internationalen Parkett haben, oder? Leider gibt es aber auch nationale Begehrlichkeiten der Industrieländer, die großen Firmen Milliarden an Subventionen hinterherwerfen.

Einiges kann ich aber nicht nachvollziehen. Z.B. die Argumentation zu steigender Staatsverschuldung. Ich sehe das ja so, daß die nächste Generation hier Schulden zurückzahlen muss, ergo, wir uns bei dieser Generation „verschulden“. Prof. Radermacher legt das aber buchstabengetreu aus:

Schon die Vorstellung, wir würden uns bei der nächsten Generation verschulden, ist so nicht richtig. Denn die, denen wir das Geld schulden, sind auch in der nächsten Generation. Das heißt, wir schulden der nächsten Generation gar nichts.

Nur weil auch der Banker sein Geschäft an den Nachfolger übergibt, sinkt der Schuldenberg der öffentlichen Hand. Habe ich das so richtig vertanden?

Oder die Ansichten des Professors über Wertschöpfung, die in einem Satz hervorblitzen:

Das gelingt nur, wenn wir international die interessantesten Wertschöpfungsprozesse, wie etwa Finanzmarkttransaktionen, besser besteuern können,…

Wenn ich diesen Satz lese, wird mir schlecht. Es wird auch nicht ein einziges Reiskorn erzeugt, nur weil ich 2 Milliarden Dollar um den Erdball transferiere. Wertschöpfung sieht nun wirklich anders aus. Aber solange das Wirtschaftsprofessoren oder Angewandte Mathematiker nicht verinnerlichen, wird es auch weiterhin solche Krisen geben, die wir derzeit erleben.

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