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Posts Tagged ‘Zukunft’

In letzter Zeit taucht es verstärkt in den Medien auf, das Thema „Privatsphäre im Internet“. Aufhänger sind Umfragen die belegen, dass Personalabteilungen von Unternehmen das Netz durchforsten, und zwar auf der Suche nach Hintergrundinformationen zu Bewerbern. Das eine ist, dass man möglichst keine „anzüglichen“ Dinge über sich online stellen sollte. Das ist nur vernünftig.

Was aber, wenn seriöse Meinungsäußerungen nicht mit den Weltsichten einer entsprechenden Firma konform gehen? Hier kommt man zu der paradoxen Situation, dass die Möglichkeiten des Internet einerseits den Meinungsaustausch, die Meinungsvielfalt, eben die Meinungsfreiheit beflügeln wie kein anderes Medium zuvor. Andererseits sorgen die Möglichkeiten dafür, dass Äußerungen von Meinungen quasi einer Selbstzensur unterliegen, die sich daran orientiert, was gerade politisch korrekt ist.

Es bleibt abzuwarten, in was für eine Art Gesellschaft dieses Paradoxon führen wird.

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Heute wieder einmal meine Ansicht zu einem Artikel der Rubrik „Perspektiven“, die es leider nicht online gibt. Unter dem Titel „Wie sieht die Zukunft des Autos aus?“ beschreibt Professor Ferdinand Dudenhöffer die Entwicklung des Automobils und der automobilen Gesellschaft von der Vergangenheit bis in die Zukunft. Als Direktor des Centre of Automotive Research einserseits und von der Presse ernannter Automobilexperte andererseits ist er quasi sein eigener Lobbyist.

Das Auto war in der Vergangenheit nicht tot zu kriegen, wird es wohl auch nie mehr. Als Gründe führt Herr Dudenhöffer die ständige Weiterentwicklung an. Dem kann man nur zustimmen, Autos werden zunehmend sicherer und umweltfreundlicher. Die Zukunft hat in Japan schon begonnen, mit dem Hybridantrieb. Auch in Deutschland soll es 2009 so weit sein. Für 2011 soll der serielle Hybrid folgen, quasi der dieselelektrische Antrieb für die Familienkutsche, bei der nur noch ein Elektromotor für den Vortrieb sorgt.

Mit dem seriellen Hybrid werden wir unsere Fahrzeuge auf einen Treibstoffverbrauch von einem Liter pro 100 Kilometer reduzieren. Den Rest Energie tanken wir an der Steckdose.

Richtig, Strom kommt aus der Steckdose! Aber wahrscheinlich ist die Kette Kohlekraftwerk – Leitung – Batterie – Elektromotor immernoch mit einem höheren Wirkungsgrad gesegnet als der herkömmliche Verbrennungsmotor. Und es besteht ja die möglichkeit, Ökostrom zu kaufen.

Die Deutsche Automobilindustrie scheint nach mehreren Winken mit ganzen Zaunsfeldern doch verstanden zu haben, wohin der Hase läuft.

An einer anderen Stelle kann ich die Position des Professors aber nicht teilen. Die SZ schreibt in der Überschrift zum Artikel, ob er das so gesagt hat, weiß ich nicht:

Der Experte ist sich sicher, […] Ohne massenhafte Mobilität sei auch zukünftig kein Wirtschaftswachstum möglich.

Das kann doch nicht alles sein. Ich würde ja sogar behaupten, dadurch, dass die Wirtschaft gewachsen ist, sprich rationalisiert wurde, werden immer mehr Menschen zur Mobilität gezwungen. Das Automobil als notwendige Voraussetzung für Wirtschaftswachstum, ich glaube eher nicht. Professor Dudenhöffer aber behauptet:

Wo das Auto fehlt, wie etwa in Afrika, liegt Stillstand und Armut vor.

Hier wurde meiner Meinung nach Ursache und Wirkung vertauscht. Wenn die Armut in ferner Zukunft überwunden ist, kann sich vielleicht auch der Durchschnittsafrikaner ein Elektroauto mit Solarantrieb leisten. Bis dahin müssen ganz andere Probleme gelöst werden. Ein Beitrag zur Entwicklungshilfe sind Autos ganz sicher nicht.

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Auslöser für diesen Artikel sind eine Pressemeldung (pr-inside.com) zum Thema FDP & Spritsteuer sowie ein exzellenter Cicero-Artikel, gefunden aber bei Politplatschquatsch. Erstere ist dabei ein schönes Beispiel für den allgemeinen Zustand der Republik, der im Cicero beschrieben wird. Die „früher war alles Besser“-Mentalität ist ein Grundpfeiler der Politik geworden.

Ok, zur Pressemeldung, an der ich mich hochziehen will:

Der stellvertretende FDP-Chef Rainer Brüderle hat eine Sondersitzung des Bundestages zur Senkung der Mineralölsteuer verlangt. «Wir müssen den Bürgern zeigen: Wir haben verstanden. [..]»

Eben nicht! Was glaubt man denn, verstanden zu haben? Billiges Benzin ist das allseeligmachende Mittel, weil es bisher so wunderbar funktioniert hat? Der Ölpreis wird langfristig gesehen weiter steigen, weil der Energieverbrauch der Menschen immer weiter steigt. Das ist leider so. Eine Steuersenkung hätte nur aufschiebende Wirkung und müsste auch gegenfinanziert werden. Womit, hat Herr Brüderle nicht verraten, aber im Zweifel lässt sich ja der ausgeglichene Bundeshaushalt noch ein paar Jahre verschieben.

Das Energiepreise steigen würden, war schon seit Jahren abzusehen. Die Welt hängt am Tropf der fossilen Energieträger, die endlich sind, bei exponentiell wachsender Bevölkerung. Energie ist aber auch der Motor des Wirtschaftswachstums in den Industriestaaten. Und bisher stand diese quasi unbegrenzt zur Verfügung.

Genau das beginnt sich aber zu ändern, und kann meiner Meinung nach von keinem Staat der Welt, mit welchen Mitteln auch immer, aufgehalten werden. Das „höher, schneller, weiter“ in allen Lebensbereichen hat seine Grenzen erreicht. Das ändern, substantiell, auch Sozialtarife für Energie und gesenkte Mineralölsteuer nicht.

Die Antwort auf diese Veränderungen muss sein, Energie einzusparen und wenn, dann effizienter zu nutzen. Energie zu sparen hat aber auch immer etwas mit Verzicht zu tun. Eine solche, von mir postulierte, Zukunft ist aber nicht salon- und in Wahljahren nicht mehrheitsfähig. Deshalb versuchen dann Politiker aller Coleur, die Energiepreise zu verkleinern. Am besten begegnet man schwindenen Rohstoffen mit einer Ausweitung der Förderung, um den Anschein, die Gute Alte Zeit wäre gerettet, zu wahren.

Statt solcher Polizeiaktionen ist aber ein großer Wurf vonnöten. Es gilt, die Mobilität von Menschen und Gütern wieder zu begrenzen. An dieser Stelle ist ein Rückwärtsschauen durchaus erlaubt. Heutige Arbeitnehmer sind moderne Nomaden, nur mit dem Unterschied, dass die historischen Vorbilder ihr soziales Umfeld immer dabei hatten. Der Laptop, an dem ich hier schreibe, hat wahrscheinlich eine doppelte Reise um den Erdball hinter sich. Ich halte auch das nicht für den letzten Schluss der Weisheit.

Ich sehe eine Möglichkeit der Entwicklung in Richtung“positiven Verzichts“. Ein Mehr an Freizeit für die Menschen, sich der Familie, der Kunst oder wessen auch immer zu widmen sollte im Angesicht der gewaltigen Produktivität möglich sein. Damit dies nicht nur für Besserverdienende eine Alternative darstellt, müßte ebenfalls ein Modell des bedingungslosen Bürgereinkommens gefunden werden. Leider wird eine solche Zukunftsvision, mit mehr Lebensqualität statt -quantität, nicht einmal ansatzweise gedacht. Eine Umsetzung würde wesentlich länger als eine Legislaturperiode dauern, und das ist wahrscheinlich das Problem.

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